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Abriss des AKW Brunsbüttel beginnt nicht vor 2017

Kiel/Brunsbüttel Abriss des AKW Brunsbüttel beginnt nicht vor 2017

Am dem Gelände des AKW Brunsbüttel sollen in ferner Zukunft wieder Kühe weiden. Der geplante Abriss wird allerdings frühestens in drei bis vier Jahren starten. Auf einen Rückbauantrag für den Reaktor in Krümmel wartet Umweltminister Habeck bislang weiter vergebens.

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Der Abriss des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel wird frühestens in drei bis vier Jahren beginnen.

Quelle: dpa

Kiel/Brunsbüttel. Der Abriss des stillgelegten Atomkraftwerks Brunsbüttel wird frühestens in drei bis vier Jahren beginnen. Grund ist das umfangreiche atomrechtliche Genehmigungsverfahren. „Brunsbüttel soll zu einer grünen Wiese rückgebaut werden“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Mittwoch.

Der Betreiber Vattenfall reichte bei der Atomaufsicht bereits einen etwa 170 Seiten umfassenden Sicherheitsbericht ein. Weitere detailliertere Planungen zum Rückbau sollen folgen. Im Dezember sollen Umfang und Inhalt der Umweltverträglichkeitsuntersuchung und der noch vorzulegenden Unterlagen erörtert werden.

Habeck sprach von einem Generationenprojekt. „Erst mit dem Rückbau wird der Atomausstieg unumkehrbar“, sagte er. Die komplette Demontage und Verschrottung der Atomanlage an der Elbe wird voraussichtlich 15 bis 20 Jahre dauern und laut Vattenfall einen hohen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Vattenfall hat dafür Rücklagen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Im Fall des AKW Krümmel sind es 1,9 Milliarden Euro.

Die Pläne des Unternehmens sehen auch den Bau eines Zwischenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in Brunsbüttel vor. Vattenfall hält dies für notwendig, weil in dem bereits genehmigten atomaren Endlager Schacht Konrad in Niedersachsen in den kommenden Jahren noch keine schwach- und mittelradioaktiven Abfälle eingelagert werden können.

Die Atomanlage in Brunsbüttel hat eine Masse von 300 000 Tonnen. „Davon sind 93 Prozent am Ende uneingeschränkt weiter verwendbar“, sagte der Geschäftsführer von Vattenfall Nuclear Energy, Pieter Wasmuth. Er fügte hinzu: „Die sind faktisch unproblematisch, aber emotional eben nicht.“

Laut Habeck lehnen es Deponiebetreiber aus Imagegründen bundesweit ab, Abfälle aus Kernkraftwerken anzunehmen. „Ohne eine Akzeptanz der Bevölkerung für diese im radiologischen Sinne unbedenklichen Abfälle werden Stilllegung und Abbau nicht gelingen“, sagte er.

Rechtliche Probleme gibt es weiterhin auch mit dem Standort-Zwischenlager für Castorbehälter in Brunsbüttel. Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht hatte die Genehmigung für das Abstellen von Atommüll am 19. Juni aufgehoben. Die Schleswiger Richter hatten der Klage eines Anwohners stattgegeben - unter anderem weil der Nachweis fehlte, dass die Folgen terroristischer Angriffe wie gezielte Flugzeugabstürze hinreichend geprüft worden sind.

Die Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz als auch Vattenfall haben beim Bundesverwaltungsgericht mittlerweile Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision eingelegt. Habeck glaubt, dass der Rechtsstreit noch Jahre dauern könnte. Es drohe „ein mittleres atompolitisches Erdbeben“. Schließlich seien alle Zwischenlager in Norddeutschland ähnlich konzipiert.

„Der Ball liegt bei Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU)“, sagte Habeck. Der Bund müsse dafür sorgen, dass es eine rechtssichere Genehmigung für das Lager in Brunsbüttel gibt. „Keine Ahnung, wie es da weiter geht.“

Brunsbüttel ist weiter als ein Standort für die insgesamt 26 Behälter mit alten Brennelementen aus einer Wiederaufbereitungsanlage in Frankreich und einer in Großbritannien im Gespräch. Neben Schleswig-Holstein hat bislang nur Baden-Württemberg seine Bereitschaft erklärt, sich an der Zwischenlagerung dieser Transportbehälter zu beteiligen.

Für das ebenfalls von Vattenfall betriebene AKW Krümmel wartet Habeck dagegen weiter auf einen Rückbauantrag. Beide Reaktoren mussten mit dem Atomausstiegsgesetz endgültig vom Netz gehen. Im Fall Krümmel gebe es ein laufendes Verfahren, sagte Wasmuth. „Wir stellen nicht die Energiewende infrage.“ Vattenfall fordere aber eine angemessene Entschädigung.

dpa

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