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Norddeutschland Abschied von Roger Cicero: „Wir haben einen Großen verloren“
Nachrichten Norddeutschland Abschied von Roger Cicero: „Wir haben einen Großen verloren“
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21:19 15.04.2016
Ein riesiges Foto erinnert an den Jazzsänger Roger Cicero, der mit 45 Jahren an einem Hirnschlag gestorben ist. Quelle: Isabel Schiffler/semmel Concerts/dpa
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Hamburg

. Der Schock über den frühen Tod von Jazzmusiker Roger Cicero ist allen noch deutlich anzumerken. „Plötzlich kommt ein Anruf:

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In der Gertrud-Kirche trauerten 600 Gäste um den Musiker.

„Realisiert habe ich es immer noch nicht.“ „Konzertveranstalter Dieter Semmelmann

Roger ist tot. Und nichts mehr ist so, wie es gerade eben noch war“, erzählt Konzertveranstalter Dieter Semmelmann. „Ganz ehrlich, vollkommen realisiert habe ich es immer noch nicht“, sagt er den Hunderten Gästen der Trauerfeier gestern in Hamburg. Damit sei er nicht alleine, sagt Semmelmann. Egal ob Künstler, Fans oder Band — ihnen allen falle es „wahnsinnig schwer, das, was passiert ist, zu akzeptieren“. Am 24. März war Cicero im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Hirnschlags gestorben. Die Beisetzung fand bereits vor einigen Tagen im engsten Familienkreis statt.

Nun sitzen Trauernde in der Gertrud-Kirche im Hamburger Stadtteil Uhlenhorst, um Abschied zu nehmen. 600 Gäste — darunter Komiker und Musiker Olli Dittrich, TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt und ESC-Kommentator Peter Urban — sind gekommen: Familie und Freunde, Weggefährten und Kollegen — und natürlich Fans. Als erster ergreift sein bester Freund das Wort: Norbert Lütjens, Jugendpfleger aus Schwarzenbek, kannte ihn noch aus Studienzeiten. Selbst als er seinen großen Erfolg erreicht hatte, „war Roger immer noch der Freund“, erzählt er.

„Wie kein Zweiter war er dazu in der Lage, das Richtige im richtigen Moment zu sagen.“

Wie Lütjens versagt auch anderen Rednern gelegentlich die Stimme, wenn sie in der mit weißen Rosen geschmückten Kirche an den Mann erinnern, der nun nur noch vom großen Porträt neben ihnen auf die Gäste schaut. „Heute Abend wollte er eigentlich in Wien sein“, sagt Konzertveranstalter Semmelmann, Cicero sei ein „großartiger Ausnahmekünstler“ gewesen. „Wir haben einen ganz Großen verloren, der eine Lücke hinterlässt, die nicht zu füllen sein wird — weder musikalisch noch menschlich.“

Andere Konzertveranstalter hätten ihn sicher um Roger beneidet, erzählt Semmelmann. Nicht nur wegen Ciceros Erfolg, sondern auch weil er stets so professionell, zuverlässig und diszipliniert gewesen sei. „Ausgerechnet Roger?“, meint er noch immer fassungslos über den Tod des Musikers. „Ausgerechnet der Künstler, der keinen Alkohol getrunken, sich das Rauchen abgewöhnt und kaum Fleisch gegessen habe. „Statt Jack Daniel's nahm er eine Yogamatte mit auf Tournee.“

Cicero hatte für Deutschland 2007 beim Eurovision Song Contest gesungen und mit „Frauen regier'n die Welt“ den 19. Platz belegt — wenige Wochen nach seiner ersten Trophäe beim Musikpreis Echo. Im Jahr zuvor war er mit dem Album „Männersachen“ (2006) erstmals weit vorn in den Charts gelandet. Die letzten großen Projekte des Wahl-Hamburgers waren „Cicero Sings Sinatra“ und „The Roger Cicero Jazz Experience“.

Der letzte Moment gehört Mutter und Sohn: „Ich hätt' so gern noch tschüs gesagt“ heißt die Ballade, die Cicero — 2008 selbst Vater von Sohn Louis geworden — seinem eigenen Vater gewidmet hatte. Jazzpianist Eugen Cicero war 1997 im Alter von 57 Jahren ebenfalls nach einem Hirnschlag gestorben. Rogers Mutter steht, gestützt von Ciceros Managerin Karin Heinrich, vor dem Altar und hört die Stimme ihres Sohnes singen: „Ich hätt so gern noch tschüs gesagt . . . ein letztes ,Mach's gut mein Sohn!‘“

LN

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