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Norddeutschland Abschied von einem großen Unternehmer
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11:49 17.08.2013
Der Sarg des verstorbenen Dietrich Schulz wird nach der Trauerfeier aus dem Dom getragen, gefolgt von Pastor Achim Engels sowie der Ehefrau, den Kindern und Enkelkindern des Toten. Quelle: Fotos: Roeßler/Silz
Lübeck

Mehr als 300 Trauergäste haben gestern im Lübecker Dom Abschied von Dr. Dietrich Schulz genommen. Der langjährige Vorstandschef der Possehl-Gruppe und Kunst-Mäzen war am 5.

August im Alter von 81 Jahren gestorben. „Ick bin jerührt“, hätte der gebürtige Preuße wohl selbst zu den vielen Menschen aus Politik, Wirtschaft und Kunst gesagt, die gestern zu seiner Trauerfeier in den Dom gekommen waren, um eine der profiliertesten Unternehmerpersönlichkeiten Schleswig-Holsteins die letzte Ehre zu erweisen.

Schulz wurde am 24. Juli 1932 in Prenzlau als ältester von drei Söhnen eines Studienrates geboren. „Sparsamkeit und Kargheit“ seien die bestimmenden Elemente der Erziehung gewesen, die er in dem preußischen Beamtenhaushalt genossen hatte, sagte Schulz einmal in einem Interview mit der „FAZ“. Eine Laufbahn als Beamter war auch für Dietrich Schulz vorbestimmt. Aber dann kam der Krieg. Der Vater zog an die Front, die Mutter mit ihren Kindern auf der Flucht vor der Roten Armee nach Westen.

Zwar kehrte der Vater später aus dem Krieg zurück, der frühe Tod der Mutter führte bei Dietrich Schulz aber zu der Erkenntnis, seinem eigenen und nicht dem vorgezeichneten Weg zu folgen, sagte sein jüngerer Bruder Hartmut Schulz in seiner Trauerrede. Es war der Weg eines Erfolgsmenschen. „Wir alle besuchten das Gymnasium. Aber mein Bruder kam mit für uns andere bedrückend guten Schulnoten nach Hause“, erinnerte sich Hartmut Schulz.

Auf das Abitur folgte das Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Köln, die Promotion und 1956 Anstellungen als Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater. Nach wechselnden Führungspositionen in großen Unternehmen wechselte Schulz 1977 in den Vorstand der Possehl-Gruppe, an dessen Spitze er bis 1997 blieb. Anschließend wurde er zum Vorstand der Possehl-Stiftung und Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Unternehmensgruppe berufen. „Possehl ist mein Leben“, sagte Schulz an seinem 70. Geburtstag.

Sein Leben, das war aber auch seine Familie. Gemeinsam mit Ehefrau Margit hatte Schulz drei Kinder und fünf Enkelkinder. Vor allem in seinen letzten Lebensjahren habe sich der Wirtschaftsmann auf seine Rolle als liebender Großvater zurückgezogen, dem der Zusammenhalt der Familie immer wichtig gewesen sei.

Auch die Stadt Lübeck hat Dietrich Schulz viel zu verdanken. Im Geiste von Emil Possehl wurde zu seinen Ehren die Dr. Dietrich Schulz Kunststiftung gegründet, die er bis zu seinem Tode mit großzügigen Spenden unterstützte. Schulz engagierte sich für die Lübecker Museen ebenso wie für karikative Zwecke als Mitglied des Lions-Clubs. „Er war über viele Jahre eine der prägenden Lübecker Unternehmerpersönlichkeiten, visionär, führungsstark und kraftvoll“, lobte Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) das Engagement des Verstorbenen.

Ebenso sei er verschiedenen Ministerpräsidenten gefragter Ratgeber gewesen. Ministerpräsident Björn Engholm (SPD) sagte einmal, dass er von Dietrich Schulz am meisten über unternehmerisches Denken gelernt hat.

Oliver Vogt

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