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Norddeutschland Achterbahn Kärnan ist eröffnet: Kreisch-Alarm im Hansa-Park
Nachrichten Norddeutschland Achterbahn Kärnan ist eröffnet: Kreisch-Alarm im Hansa-Park
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12:49 01.07.2015
Die spektakuläre Turmfahrt und die herzförmige Doppelschleife sind überstanden, doch Kärnan entlässt die Mitfahrer nicht aus seinem Bann. Auch die finale Überkopf-Schleife hat es in sich. Quelle: Fotos: Olaf Malzahn
Sierksdorf

Achterbahn ist nicht mehr gleich Achterbahn. Was mit dem Fluch von Novgorod als Hightech-Launched-Coaster im Hansa-Park Sierksdorf begann, wird nun mit Hyper-Coaster Kärnan fortgeführt und noch getoppt.

Der erste Clou wartet bereits beim Einsteigen: Denn Kärnan bestimmt, wer wo sitzt. Die Maschine übernimmt die Kontrolle über den Menschen. Die Ouvertüre: Die Fahrt im Turm, im 73 Meter hohen Kärnan.

Presevertreter testen am 30. Juni 2015 die neue Achterbahn (Hyper Coaster) Kärnan im Hansa-Park in Sierksdorf.

Der 16-Sitzer geht auf Kette, senkrecht empor. Licht am Ende des Tunnels. Doch dann, kurz vor dem Scheitelpunkt, kurz vor der rasanten Abfahrt mit 128 Stundenkilometern, passiert das Unerwartete: Der rückwärtige freie Fall zurück in die Dunkelheit. Spektakel für starke Nerven, Kreischen im Turm. So etwas gibt es in der Welt der Spaßparks sonst nirgends.

Der Fahrgast sammelt sich, in der Vertikalen verharrend, den Blick nach oben gerichtet. Dann schießt die neue Attraktion aus dem Hause Gerstlauer wieder nach oben und mit Schwung an die frische Luft, abwärts und wieder hinauf in die Doppelschleife, die ein Herz bildet. Ab heute ist die Coaster-Gemeinde ein Herz und eine Seele mit Kärnan.

Ein Hauptunterschied zum Fluch von Novgorod wird in der Folge spürbar — die enormen seitlichen Fliehkräfte. Übertroffen werden diese allein von Kampfjets. Augen auf, sonst geht die Orientierung verloren. Und bei diesem Blick auf die Ostsee wäre das doch schade. Weiter auf die Flachetappe, den hinteren Part. Auch hier büßt der Coaster kein bisschen seines rasanten Charakters ein, auch wenn der Betrachter von außen dieses so wahrnehmen könnte. Rauf und runter, hin und her, Steilkurve dort, Wellenfahrt hier. Es ist geschafft, Jubel. Aber einen kleinen Epilog hat Kärnan dann doch noch parat, eine weiche Überkopf- Schraube. Nach dreieinhalb Minuten ist Schluss. Frisur? Typ Wuschelkopf.

Nach einer Bauzeit von 15 Monaten und neun Tagen ist es also vollbracht: Kärnan startet ab heute mit seinem Publikum durch. Er besitzt die Klassifizierung „Family-Thriller-Ride“. Frei übersetzt: Familien-Spannungs-Fahrt. Thriller ja, aber Familie? Das muss dann jeder für sich selbst entscheiden. Eine Altersbeschränkung gibt es nicht, eine Körperlänge von 1,30 Meter ist aber vorgeschrieben.

Im Vergleich zum Fluch von Novgorod ergibt der LN-Test einen klaren Punktsieg für den Neuen im Park, der eine Ansage an die europäische Spaßpark-Konkurrenz ist. Überzeugend: In Sierksdorf geht es nicht allein um Rekorde, sondern das Thema „Der Schwur des Kärnan“ wird auf hohem Niveau inszeniert wie ein Kinofilm. Hollywood goes Achterbahn. Womit wir beim nächsten Jahr wären. Dann erfolgt die Thematisierung der Hintergrundgeschichte.

Aufwendige Wartung
Der Turm Kärnan verfügt über acht Wartungsgänge auf acht verschiedenen Ebenen mit einer Gesamtlänge von 166 Meter. Es gibt zwei Krahnbahnen. Eine, um Motor und Getriebe bei Wartungsarbeiten aus dem Turm herausheben zu können und eine zweite auf dem Turmdach, um eine Fassadenbefahranlage zu installieren.

Im Hansa-Park befindet sich auch ein Hubwagen, um in Höhen von bis zu 60 Metern agieren zu können. Nötig ist das beispielsweise zur Wartung der Bolzen oder zur Sicherung der Passagiere, wenn die Superachterbahn einen Notstopp einlegen muss. Einen vergleichbaren Hubwagen gibt es im Norden nur noch an der Rader Hochbrücke.

LN

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