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Norddeutschland Ärzte im Norden pochen auf die Schweigepflicht
Nachrichten Norddeutschland Ärzte im Norden pochen auf die Schweigepflicht
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21:12 12.08.2016

Die Diskussion um eine Aufweichung der ärztlichen Schweigepflicht hat auch im Norden hohe Wellen geschlagen. Im Vorfeld seines neuen Maßnahmenpaketes gegen die Terrorgefahr war durchgesickert, dass Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die ärztliche Schweigepflicht aufweichen wolle. „Bitte Hände weg von der Schweigepflicht“, sagt Dr. Carsten Leffmann, Ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Schleswig-Holstein. Schon jetzt gebe es die Möglichkeit, die ärztliche Schweigepflicht zu brechen, sagt Leffmann und nennt als Beispiel einen Fernfahrer, der seinem Arzt berichtet, dass er Alkoholiker ist. Dr. Thomas Maurer wehrt sich gegen die Möglichkeit, dass er dazu verpflichtet werden könnte, Patienteninformanten preiszugeben. „Wenn es eine Kann-Lösung gibt, kann ich mich damit anfreunden“, sagt der Arzt, der auch Vorstand des Hausärzteverbandes Schleswig-Holstein ist.

Auch Dr. Henrik Herrmann, Landesvorsitzender des Marburger Bundes, spricht sich gegen eine Lockerung aus. „Ein Patient muss sich darauf verlassen können, dass alles, was er seinem Arzt mitteilt, vertraulich ist“, sagt Herrmann. Wenn es zu einer Aufweichung käme, gehe das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient verloren. Er verweist wie Dr. Carsten Leffmann auf die bereits geltenden Regeln, nach denen ein Arzt schon jetzt nicht mehr strikt an seine Schweigepflicht gebunden sei, sobald er im Gespräch mit dem Patienten von einer unmittelbar bevorstehenden Gefahr erfahre. Der Bundesinnenminister rückte inzwischen von seinen Plänen ab.

juk

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