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Norddeutschland Airbus schießt auf Sylt über die Landebahn hinaus
Nachrichten Norddeutschland Airbus schießt auf Sylt über die Landebahn hinaus
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20:27 30.09.2017
Die Maschine von Air Berlin kam erst 50 Meter nach Ende der Landebahn zum Stehen und hinterließ deutliche Spuren im feuchten Rasen.
Westerland

Als gestern Morgen gegen 8 Uhr die Meldung der verunglückten Landung an die Rettungsleitstelle ging, wurde Großalarm ausgelöst. Sämtliche Einsatzkräfte der Insel wurden alarmiert, Unterstützung vom nordfriesischen Festland angefordert. Der Großeinsatz konnte jedoch abgebrochen werden, alle 82 Passagiere und fünf Crewmitglieder verließen die Maschine unversehrt über Gangways und wurden ärztlich untersucht. Sie kamen mit dem Schrecken davon. „Sind gelandet – auch wenn die Landebahn heute zu kurz für uns war. Allen geht’s gut“, schrieb Claudia Kolvenbach am Sonnabendmorgen auf Facebook zu einem Foto, das Passagiere beim Verlassen der Air-Berlin-Maschine aus Düsseldorf zeigt.

Geänderter Flugbetrieb

Etwa fünf Verbindungen täglich gibt es laut Air Berlin jeweils nach und von Sylt. Auch andere Airlines nutzen den Inselflughafen. Nach der Airbus-Panne wurden Flüge umgeleitet, Starts und Landungen gestrichen. Infos gibt es auf der Internetseite des Flughafens und bei den Airlines.

Die Ursache für die „Runway Excursion“, wie solche Vorfälle im Fachjargon genannt werden, ist noch unklar, hieß es von der Polizei. Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) hat die Ermittlungen aufgenommen. Die Sicht sei schlecht, die Landebahn nass gewesen. „Unsere Kollegen sind auf dem Weg“, sagte Germout Freitag von der BFU. Etwa drei Tage dauern die Untersuchungen in der Regel. Ein Zwischenbericht wird in einigen Wochen erwartet, bis zum Abschlussbericht kann ein Jahr vergehen. „Wir wollen nicht mutmaßen. So etwas kommt schon mal vor, zuletzt 2015“, sagte Freitag.

Als Unfall gelte ein solches Ereignis nicht, sondern als „schwere Störung“.

Der Flugbetrieb wurde für den Sonnabend eingestellt. Für die nächsten Tage konnten noch keine genauen Angaben gemacht werden. „Die Wetterlage lässt aktuell den Flugbetrieb auf der Querpiste für den Linienverkehr nicht zu“, teilte der Flughafen mit. Für heute sähen die Bedingungen besser aus. Die Hauptpiste könne dagegen erst nach Abschluss der Untersuchungen und Bergung des Airbus A320 wieder genutzt werden.

Bereits anfliegende Maschinen wurden am Sonnabend umgeleitet. „Voraussichtlich über Hamburg, dann weiter mit der Bahn“, sagte ein Flughafenmitarbeiter. Detaillierte Auskünfte gäben die jeweiligen Airlines. Wegen defekter Lokomotiven gibt es auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt jedoch ebenfalls Ausfälle und Verspätungen.

Nina Gottschalk

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