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Norddeutschland Am Tag, als der Regen kam: So erlebten die Lübecker das Ende der Trockenheit
Nachrichten Norddeutschland Am Tag, als der Regen kam: So erlebten die Lübecker das Ende der Trockenheit
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21:57 11.07.2018
In Lübeck kam viel runter – auf einigen Straßen, hier die Hansestraße, staute sich das Wasser. Quelle: Foto: Timon Ruge
Lübeck/Kiel

Lübeck zeigte sich am Mittwoch von seiner nassen Seite. Vor allem am Vormittag war der Regenschirm als Begleiter gefragt. In den Pfützen spiegelten sich Passanten, in den Straßen, an den Kantsteinen sammelte sich das Regenwasser, Autos mussten teils durch große Pfützen fahren. Das kannte man schon fast gar nicht mehr.

Endlich Regen! Tief „Gislinde“hat vor allem im Raum Lübeck Niederschlag gebracht. Im Maximum sind in der Region 25 bis 30 Liter pro Quadratmeter gefallen. Für die Natur bringt das etwas Entspannung, Entwarnung ist aber nicht in Sicht. Schon heute folgt Hoch „Falk“.

„Von einem Tief, das seinen Kern über Sachsen-Anhalt und Brandenburg hat, fließt ein Regenband über das südöstliche Schleswig-Holstein“, erklärt Sebastian Wache, Diplom-Meteorologe bei der WetterWelt GmbH in Kiel. Während in Kiel nur sechs Liter pro Quadratmeter Regen gemessen wurden, waren es im Lübecker Raum etwa zwölf Liter. Auch gestern Vormittag regnete es zum Teil noch ordentlich. „Das Maximum liegt bei 25 bis 30 Liter Niederschlag“, sagt Wache. Zum Vergleich: Der langjährige Mittelwert im Juli liegt bei 72 Litern. Und so war der Regen zumindest von Kleingärtnern und Landwirten schon lange ersehnt worden.

„Das ist positiv für die Vegetation, da eine ganze Reihe von Pflanzen in der Lage ist, die Feuchtigkeit aufzunehmen“, meint Ingo Ludwichowski, Landesgeschäftsführer des Naturschutzbundes (Nabu). Die Kleingärtner freuen sich: „Das hat etwas gebracht, die Pflanzen können sich mal erholen“, sagt Hans-Dieter Schiller, Vorsitzender vom Landesverband der Gartenfreunde. Er ist sicher, dass der verdorrte Rasen nun wieder grün wird. „Man sollte ihn jetzt durchwachsen lassen und nicht gleich wieder mähen“, rät er.

Für viele Bauern kommt der Regen zu spät. „Für die Kulturen muss man das sehr differenziert betrachten“, erklärt Peter Koll, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Stormarn und Herzogtum Lauenburg.

Für die Ertragsbildung beim Getreide bringe der Regen nun nichts mehr. Aber für Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben sei der Niederschlag sehr, sehr wichtig. „Wir bräuchten weitere ergiebige Niederschläge.“ Auch das Grünland und andere Kulturen litten unter der Trockenheit. „Bei Buchen und Birken ist schon Trockenstress zu erkennen, sie werfen Laub ab.“ Es sei wichtig, dass der Boden wieder durchfeuchtet werde. „Dafür sind 60 bis 100 Liter pro Quadratmeter nötig“, sagt Koll. „Die Wurzeln müssen Feuchtigkeit bekommen, um überhaupt Nähstoffe aufnehmen zu können, so dass wieder nachhaltiges Wachstum einsetzen kann.“

Beim Landesfeuerwehrverband ist man weiter in Alarmbereitschaft. „Das Wasser dringt nicht so schnell tief ins Erdreich ein“, sagt Sprecher Holger Bauer. Ein leichter Wind trockne das Land schnell wieder aus. In der vergangenen Woche hatte es bereits vermehrt Feldbrände gegeben. Schon heute soll es mit dem Regen vorbei sein. Hoch „Falk“ zieht von Nordwesten nach Schleswig-Holstein herein. Der Meteorologe: „Die Sonne kommt wieder heraus und die Temperaturen steigen auf Werte zwischen 24 und 26 Grad.“

Von Julia Paulat

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