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Norddeutschland Angelverbot wird nicht gekippt
Nachrichten Norddeutschland Angelverbot wird nicht gekippt
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22:31 13.10.2017
Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Quelle: Scholz/dpa
Kiel

Die AfD hatte das Thema auf die Tagesordnung gesetzt. „Die Ausweisung von Schutzgebieten ist im Prinzip nicht zu beanstanden. Aber offensichtlich ist dieses ganze Verfahren zu großen Teilen an der betroffenen Bevölkerung vorbeigegangen“, monierte der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Jensen in der Debatte. Die Union habe großes Verständnis für die Proteste von Angelkutterbetreibern, Inhabern von Angelgeschäften und Hafenbetreibern sowie den Vermietern von Hotels und Ferienwohnungen. Sie alle müssten empfindliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Innerhalb der Koalition würden das aber nicht alle so sehen. Es gebe keine gemeinsame Position.

In der Tat lehnen die Grünen jede Änderung an der Regelung ab. Ihr Umweltminister Robert Habeck sprach von einem vernünftigen Kompromiss, der im Fehmarnbelt gefunden worden sei und den er wohl nicht anders ausgehandelt hätte. Die Dorschbestände in der Ostsee seien nun einmal „in einem erbärmlichen Zustand“. Das gefährde die Fischerei an der Küste in hohem Maße. Die Zahl an Fischen, die Freizeitangler von ihren Kuttern aus fangen, würde dabei ein Drittel bis zur Hälfte der gesamten Fangmenge ausmachen. Dass das Angeln für sie begrenzt werde, zum Beispiel durch eine Höchstzahl an Fischen, die auf einer Kutterfahrt geangelt werden dürfen, sei daher ein Solidaritätsbeitrag. Und der sei notwendig, wenn man die kleinteilige Fischerei an der Ostseeküste auf Dauer erhalten wolle.

„Ich finde das richtig“, betonte Habeck. Zudem sei die Fläche, auf der das Angeln gänzlich untersagt sei, ja schon stark verkleinert worden, auf 23 Prozent des ursprünglich vom Bund ausgeguckten Areals. „Dort sind Riffe“, und die dienten den Dorschen als Rückzugs- und Fortpflanzungsrevier. So schütze man den Dorsch-Bestand maßvoll und effektiv.

Deutschlands Meeresschutzgebiete existierten nun einmal bislang nur auf dem Papier, die Natura-2000-Flächen müssten endlich rechtlich gesichert werden, betonte auch die SPD-Abgeordnete Kerstin Metzner. Die EU-Kommission habe bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet. Dennys Bornhöft von der FDP hingegen hält Hendriks Vorgehen für „undemokratisch“. Sie habe die Anordnung heimlich noch am Tag vor der Bundestagswahl durchgedrückt, obwohl die Union dagegen war. Jetzt gerieten Kutterfahrt-Anbieter in Schwierigkeiten, während Kutter aus Dänemark oder Polen, die die gleichen Fische aus der Ostsee angeln, nicht so reglementiert werden würden.

LN

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