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Angst vor Kriminalität: Bürger meiden abends bestimmte Orte

Kiel Angst vor Kriminalität: Bürger meiden abends bestimmte Orte

Landeskriminalamt befragte 13000 Menschen — Nur 7,9 Prozent der Sexualdelikte werden angezeigt — Senioren deutlich seltener von Straftaten betroffen als Jüngere.

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Ein SOS-Knopf und Kamera-Überwachung sollen am Lübecker Zob das Sicherheitsgefühl der Bus-Passagiere stärken.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Kiel. Die Zahl der erfassten Stratftaten im Land ist das eine. Wie sicher oder unsicher sich die Bürger fühlen, kann dazu durchaus im Widerspruch stehen. Das Landeskriminalamt in Kiel wollte es genau wissen, startete eine sogenannte Dunkelfeldstudie. Die schriftlichen Antworten von über 13000 Schleswig- Holsteinern flossen darin ein.

Die Negativ-Seite: Ein Drittel der Bürger meidet demnach aus Angst vor Kriminalität bestimmte Wege, Plätze oder Parks, ein Viertel der Bürger benutzt deswegen abends keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Vor allem junge Frauen haben ein hohes „raumbezogenes Unsicherheitsgefühl“. In drei Monaten will das LKA eine regionalisierte Auswertung vorlegen. Dann soll vor Ort beraten werden, was gegen solche Angst-Räume getan werden kann, sagt SPD- Innenminister Stefan Studt — neue Wegeführungen vielleicht, mehr Beleuchtung oder mehr Polizeistreifen. „Jeder Schleswig-Holsteiner, der sich nicht sicher fühlt, ist einer zu viel“, sagt der Minister.

Bitter auch: Nur 7,9 Prozent aller Sexualdelikte — betroffen sind davon ganz überwiegend Frauen — wurden im Befragungszeitraum 2014 angezeigt. Vor allem nach sexuellen Bedrängungen und Belästigungen scheinen viele Betroffene davor zurückzuschrecken, die Polizei einzuschalten. 46 Prozent gaben als Grund an, die Sache „selber geregelt“ zu haben. Weitere 35 Prozent hätten die Tat als nicht so schwerwiegend empfunden. „Dabei sind das keine Kavaliersdelikte“, sagt Studt und rät den Frauen dringend zur Anzeige. Nur so könne die Polizei ein echtes Lagebild erhalten. Man werde auf jeden Fall auch näher untersuchen, warum das Anzeigeverhalten so schlecht ist, betonten gestern auch LKA-Vizechef Stephan Nietz und Kommissarin Sarina Fricke, die die Studie betreut. 2,9 Prozent aller Frauen wurden laut Befragung Opfer solcher Delikte, 0,2 Prozent von sexueller Nötigung oder Vergewaltigung, oft durch Ex-Partner, und 2,7 Prozent von sexuellen Bedrängungen und Belästigungen.

Über alle Deliktgruppen hinweg wurden Frauen im Jahr 2014 allerdings seltener Opfer von Straftaten (28,6 Prozent der Befragten) als Männer (35,9 Prozent, insgesamt 32,1 Prozent). Menschen über 65 beziehungsweise 80 Jahren sind demnach ebenfalls deutlich seltener (20,8 und 13,8 Prozent) von Straftaten betroffen gewesen als Jüngere. Die häufigsten Delikte waren dabei Diebstahl, Betrügereien im Internet und Sachbeschädigungen. Vor allem nach Wohnungseinbrüchen, die die Opfer zu einem großen Teil als emotional hoch belastend empfanden, wurde Anzeige erstattet. Insgesamt erhielt die Polizei aber laut Studie nur von einem guten Viertel aller Straftaten im Land überhaupt Kenntnis. „Das Anzeigeverhalten bereitet mir besonders große Sorge“, sagt Studt. Die Gründe sind vielfältig: 26,6 Prozent der Befragten gaben an, kein Vertrauen in den Rechtsstaat zu haben. 28,3 Prozent der Opfer erklärten, die Polizei habe nach der Anzeige zu wenig getan. Über die Hälfte der Opfer fühlte sich über den Fortgang des Verfahrens durch die Polizei nur unzureichend informiert. Man werde daran arbeiten, versprachen Nietz und Studt.

Die Positiv-Seite der Befragung: Insgesamt gesehen ist die Furcht vor Kriminalität in Schleswig-Holstein sehr gering ausgeprägt. Nicht einmal zehn Prozent der Bürger haben demnach Angst, Opfer einer Straftat zu werden. Über 90 Prozent schätzen diese Gefahr für sich als gering oder eher gering ein.

Anfang 2017 soll die Befragung wiederholt werden. Dann sollen erneut 25000 Haushalte im Land per Post die Fragebögen zugeschickt bekommen.

Wolfram Hammer

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