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Norddeutschland Anschlag auf Haus von Justizministerin
Nachrichten Norddeutschland Anschlag auf Haus von Justizministerin
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21:15 01.09.2016
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Greifswald

Unbekannte haben einen Brandanschlag auf das Haus von Mecklenburg- Vorpommerns Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) in Diedrichshagen bei Greifswald verübt. Die Polizei sucht mit Hochdruck nach dem Täter oder den Tätern, etliche Ermittler untersuchten gestern das Haus und die Umgebung nach Spuren, auch der Staatsschutz ermittelt.

Kuders Ehemann hatte den Brand an dem einsam mitten in einem Wald liegenden Haus am späten Mittwochabend bei seiner Heimkehr bemerkt. Die Täter hatten Gartenmöbel neben dem Haus übereinandergestapelt und angezündet, der 67-Jährige alarmierte die Rettungskräfte und konnte das Feuer selbst löschen, ehe es auf das Haus übergriff. Den Schaden schätzt die Polizei auf 3000 Euro. Sie stellte Spuren von Brandbeschleuniger an den Gartenmöbeln fest.

Kuder, die in der Nacht nicht zu Hause war und nach Angaben ihres Sprechers seit Anfang des Jahres von ihrem Mann getrennt ist, reagierte entsetzt: „Dieser Brandanschlag hat mich erschüttert. Noch weiß niemand, wer aus welchem Motiv dahinter steckt. Ich bin froh, dass niemand zu Schaden gekommen ist.“

Die Polizei wollte sich zunächst nicht auf einen politischen Hintergrund der Tat festlegen. Ermittelt werde in alle Richtungen, hieß es. Bislang gebe es keine konkreten Hinweise auf die Täter, es werde nach Zeugen gesucht. Das Haus gehört wie auch der umliegende Wald der Universität Greifswald, Kuders wohnen dort zur Miete.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sagte: „Das ist ein schlimmer Vorfall. Ich hoffe, dass es rasch gelingt, die Schuldigen zu finden.“ Ähnlich äußerte sich Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

Zwar verwies er auf die ungeklärten Hintergründe des Vorfalls. Angesichts der steigenden Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität rief er die Bevölkerung jedoch auf, „für Demokratie und Rechtstaat einzutreten und den Extremisten eine demokratische Abfuhr zu erteilen“. Erst vor einer Woche war in Ueckermünde ein Auto mit Wahlwerbung für den Landeschef der CDU-Jugend Junge Union (JU), Franz-Robert Liskow, in Flammen aufgegangen. Die Polizei hatte fünf Jugendliche aus dem linksextremistischen Spektrum als Täter ermittelt.

In Mecklenburg-Vorpommern wird am Sonntag ein neuer Landtag gewählt. Laut Umfragen könnte die rechtspopulistische AfD mit mehr als 20 Prozent zur dritt- oder zweitstärksten Kraft werden.

LN

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