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Norddeutschland Anti-Atom-Organisation: Keine legale Atommüll-Lagerung mehr
Nachrichten Norddeutschland Anti-Atom-Organisation: Keine legale Atommüll-Lagerung mehr
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07:21 21.06.2013
Stay übt harte Kritik am Vorgehen. Foto: Kay Nietfeld/Archiv
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Kiel

„Deutschland hat keine legale Lagerung von hochradioaktivem Atommüll mehr“, erklärte Jochen Stay, Sprecher der Organisation, am Mittwoch. „Denn die anderen 16 Lagerhallen für Castor-Behälter sind weitgehend baugleich mit dem Zwischenlager Brunsbüttel.“ Über 700 Castoren lagern laut Stay bundesweit in Gebäuden, die nicht gegen Flugzeugabstürze und Angriffe mit panzerbrechenden Waffen gesichert sind.

Damit sei auch der Bund-Länder-Kompromiss von vergangener Woche hinfällig. Die dort verabredete Klärung der Castor-Frage bis Januar 2014 sei jetzt nicht mehr möglich. Wo die 26 Behälter mit wiederaufbereitetem deutschen Atommüll gelagert werden sollen, die in den nächsten Jahren aus La Hague (Frankreich) und Sellafield (England) zurückkommen, stehe damit in den Sternen. Bis auf Schleswig-Holstein hatte bisher lediglich das ebenfalls von SPD und Grünen regierte Baden-Württemberg Bereitschaft zur Zwischenlagerung erklärt.

Die Lagerung der Castoren, die bereits in der Brunsbütteler Halle stehen, habe seit heute keine Rechtsgrundlage mehr, betonte Stay. „Aber es gibt auch keinen anderen sicheren Platz für sie. Ein unfassbares Dilemma und ein großes Eigentor für alle, die die weitere Produktion von Atommüll immer noch für verantwortbar halten.“ Es ist unverantwortlich, immer noch in neun Reaktoren in Deutschland tagtäglich weiteren Atommüll zu produzieren. „Die AKW müssen jetzt abgeschaltet werden und nicht erst 2022“, forderte Stay.

Pressemitteilung «ausgestrahlt»

dpa

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