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Antiquitäten sind wieder gefragt

Lübeck Antiquitäten sind wieder gefragt

Dank vieler TV-Shows: Matthias von Schellwitz vom Auktionshaus „Die Eiche“ freut sich über steigenden Zulauf.

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Ein Samurai-Schwert aus dem 18. Jahrhundert versteigert das Auktionshaus „Die Eiche.“ Es wurde wohl im Zweikampf eingesetzt, glaubt Inhaber Matthias von Schellwitz.

Lübeck. Früher gehörte der Backstein-Speicher „Die Eiche“ an der Untertrave in Lübeck der Familie Mann. Im Roman „Buddenbrooks“ wird er erwähnt. Seit einigen Jahren aber befindet sich darin ein Auktionshaus: ein wahres Mekka für Antiquitäten aller Art. Die Kunden geben sich die Klinke in die Hand.

LN-Bild

Dank vieler TV-Shows: Matthias von Schellwitz vom Auktionshaus „Die Eiche“ freut sich über steigenden Zulauf.

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„Über das Internet erschließen wir uns neue Märkte. Wir verkaufen bis nach Asien.“ Matthias von Schellwitz, Auktionator

„Das war schon lange nicht mehr so“, wundert sich Matthias von Schellwitz, der Inhaber des Auktionshauses, über den Andrang. Jahrelang waren die Preise für Antiquitäten im Keller, die Nachfrage nur noch gering. „Das ändert sich gerade wieder.“ Ein Grund seien die vielen Antiquitätensendungen im Fernsehen. Diese tragen wohl dazu bei, dass zunehmend auch junge Leute den Reiz von Antiquitäten wieder entdecken. „Ein erfreulicher Trend“, so von Schellwitz.

Gerade kleinere Wertgegenstände als Geschenk seien gefragt, aber auch Kunst. Nach wie vor werde auch das Besondere gesucht – als Geldanlage. Von Schellwitz: „Gute Qualität hat ihren Preis und ist wertbeständig.“

Das gilt zum Beispiel für eine hölzernes Kruzifix aus der Barockzeit, das mit einem Zertifikat des renommierten Londoner Auktionshauses „Sotheby’s“ versehen in die nächste Versteigerung am 3.

Dezember geht. Mindestgebot: 2500 Euro.

Auch ein antikes Samurai- Schwert, das aus einer Sammlung stammt, gilt dem Auktionator als ein einzigartiges Stück, das sich als Wertanlage eignet. „Es stammt aus dem 18. Jahrhundert.“ Man könne davon ausgehen, dass durch dieses Schwert noch Köpfe gerollt seien, so von Schellwitz nachdenklich. Der genaue Preis werde noch ermittelt. „Schätzungsweise werden es um die 1800 Euro sein.“

Antike Möbel allerdings seien nach wie vor sehr günstig zu haben, weiß der Experte, der ganze Nachlässe aufkauft, aber auch Einzelstücke.

Anne Bannow, die mit ihrem Mann Günther ein Antiquitätengeschäft in der Lübecker Altstadt führt, bestätigt das. „Die Dinge bringen nicht das Geld, das sie vor 15 Jahren noch gebracht haben.“ Doch auch bei Möbeln sei es so, dass Qualität sich auszahle. Sie zeigt einen hervorragend aufgearbeiteten Biedermeier-Sekretär, den das Ehepaar in Dänemark erworben hat: Mahagoni-Holz, feine Einlegearbeiten, die eine alte Stadt- oder Burgmauer darstellen. Der Sekretär hat viele versteckte Fächer. „Sehr raffiniert gemacht“, urteilt Anne Bannow. „Für so ein Stück finden wir immer einen Abnehmer.“ Das Möbel stammt etwa aus dem Jahr 1820 und soll 2700 Euro kosten.

Auch auf eine kleinere, barocke Truhe aus Eichenholz ist Anne Bannow stolz. Sie trägt die Jahreszahl 1750 und ist mit 980 Euro ausgezeichnet. „Ein handliches Format, das sich in jeder Wohnung gut unterbringen lässt“, findet die Antiquitätenhändlern.

Ein Problem sei es aber für die Händler, solch qualitätvolle antike Dinge überhaupt noch zu bekommen. Das gelte gerade für Lübeck, wo in den Haushalten an sich noch einiges vorhanden sei. „Viele gute Sachen sind in Privatbesitz und unverkäuflich“, bedauert Anne Bannow. „Der Markt für wirklich gute Antiquitäten ist wie leergefegt.“

Von Schellwitz dagegen glaubt dennoch, dass bessere Zeiten anbrechen. 2014 übernahm er den 2002 gegründeten Auktions-Speicher. In einer Zeit, als die Antiquitätenpreise schon sehr niedrig waren. „Es ist eine Wellenbewegung“, ist der Geschäftsmann überzeugt. „Irgendwann geht es wieder nach oben.“ Ausschlaggebend, in das Geschäft einzusteigen, sei für ihn ohnehin die Liebe zu den Antiquitäten gewesen. „Wir sind breit aufgestellt, das hilft.“

Über das Internet erschließen sich dem Auktionator neue Märkte, die immer wichtiger für ihn sind. „Die Nachfrage in Lübeck reicht alleine nicht“, hat er festgestellt. Über seine mehrsprachige Webseite (die-eiche-auktionshaus.de) melden sich inzwischen Kunden aus aller Welt. „Sogar aus Asien.“

Marcus Stöcklin

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