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Norddeutschland Arriba: Vergewaltigung erfunden?
Nachrichten Norddeutschland Arriba: Vergewaltigung erfunden?
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21:12 07.09.2016
Im Spaßbad Arriba soll sich die Tat ereignet haben.
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Norderstedt

Im Prozess um eine angebliche Vergewaltigung in dem Norderstedter Schwimmbad Arriba sind die Aussagen der beiden Hauptbelastungszeuginnen nach Einschätzung des Gerichts nicht verwertbar. Nach der Vernehmung einer 18-Jährigen sagte die Vorsitzende Richterin am Amtsgericht, Claudia Naumann, der Aussage komme kein Beweiswert zu. Die gleiche Feststellung hatte das Schöffengericht bereits nach der Anhörung einer 14-Jährigen Ende August getroffen. Die Richter hatten daraufhin keinen dringenden Tatverdacht mehr gegen die beiden Angeklagten aus Afghanistan im Alter von 14 und 34 Jahren gesehen. Der Haftbefehl gegen den Älteren wurde aufgehoben, der Jüngere war bereits zwei Wochen nach seiner Verhaftung wieder freigekommen.

Die Anklage lautete auf sexuelle Nötigung in einem besonders schweren Fall. Die Beschuldigten sollten Ende Februar die 14-Jährige im Bereich einer Wasserrutsche vergewaltigt haben. Der Fall hatte zwei Monate nach den Silvester-Ereignissen in Köln und Hamburg für großes Aufsehen gesorgt. Das Arriba-Erlebnisbad hatte daraufhin sein Sicherheitskonzept überarbeitet.

Eine Bademeisterin sagte als Zeugin aus, dass ihr die beiden Mädchen schon Stunden vorher aufgefallen seien. Sie hätten mehrfach an der Rutsche wartende Männer mit der Schulter, dem Arm oder dem Brustbereich „gerempelt“ und danach gelacht. Vor der Vernehmung der 18-Jährigen erklärte deren Anwältin als Nebenklagevertreterin, ihre Mandantin leide unter einer Borderline-Erkrankung. Sie habe bereits traumatische sexuelle Erfahrungen gemacht. Die beiden Mädchen hätten sich in einer Klinik kennengelernt. Die 14-Jährige, das angebliche Vergewaltigungsopfer, zog ihre Nebenklage zurück. Das habe ihr Anwalt per Fax mitgeteilt, gab die Richterin zum Auftakt der Verhandlung gestern bekannt.

Die Verteidiger warfen der Staatsanwaltschaft schwere Fehler vor. Schon nach der ersten polizeilichen Vernehmung der 14-Jährigen hätte jedem klar sein müssen, dass die Vergewaltigungsvorwürfe nicht stimmen. Rechtsanwalt Jacob Schwieger bestätigte, dass sein Mandant eingeräumt habe, die 18-Jährige auf die Hüfte geküsst zu haben. Das müsse aber keine Straftat sein. Er kündigte dazu eine schriftliche Erklärung an. Die Plädoyers sollen morgen gehalten werden, im Anschluss will das Gericht sein Urteil verkünden.

LN

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