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Norddeutschland Auch SPD-Politiker kritisieren Schwohn
Nachrichten Norddeutschland Auch SPD-Politiker kritisieren Schwohn
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21:10 26.04.2017
Kiel/Lübeck

Mit der „Verdi- Schlampe“ hat SPD-Kommunalpolitikerin Gabriele Schwohn ihrer Partei einen Bärendienst erwiesen. Kaum jemand sprach gestern über die Äußerungen und den Auftritt von SPD-Spitzenkandidat Torsten Albig beim TV-Duell. Die Anschuldigungen der Gewerkschafterin aus Flensburg standen im Vordergrund. Einige Genossen verlangen Aufklärung.

Frau Schwohn müsse die Sache klären, sagt Jan Lindenau, SPD- Fraktionschef in der Lübecker Bürgerschaft. Andere SPD-Mitglieder bezeichnen den Auftritt der 61-Jährigen, die als Verwaltungsangestellte der Universität Flensburg arbeitet, als „ungewöhnlich“. „Sie haben mich mal Verdi-Schlampe genannt im Landtag“, hatte Schwohn aus dem Publikum CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther vorgeworfen. Günther habe mit Gewerkschaften ja „nicht so viel am Hut“, behauptete die Verdi-Gewerkschafterin mit SPD-Parteibuch.

„Ich war völlig perplex“, berichtet der langjährige Landtagsabgeordnete Peter Eichstädt aus Groß Grönau. Er traut Günther eine solche Wortwahl eher nicht zu. „Das ist nicht sein Stil“, meint Eichstädt. Auf Facebook gab es viel Kritik. „Schlimmes Foul. Rote Karte“, wurde da kommentiert. Ein anderer Nutzer schrieb: „Irgendwann früher war die SPD mal eine anständige Partei. Lange her . .

.“ Und weiter ist da zu lesen: „Immer wenn es eng wird, hilft der SPD ein ,Pfeiffer’. . .“ – in Anspielung auf die Barschel-Affäre.

Solche Äußerungen indes sorgen bei der SPD für Empörung. „Es kann doch niemand glauben, dass die SPD so bescheuert ist, solch eine Nummer zu inszenieren“, sagt Eichstädt erbost.

Landesgeschäftsführer Christian Kröning versichert, dass weder die SPD Schleswig-Holstein noch der SPD-Spitzenkandidat mit dem Vorgang etwas zu tun haben oder Kenntnis davon hatten. Die Sozialdemokraten führten die Auseinandersetzung mit der Union in der Sache. „An derlei persönlichen Auseinandersetzungen beteiligen wir uns grundsätzlich nicht.“ Von Albig war zu erfahren: Schwohn sei „eine der bekanntesten und umtriebigsten Verdi-Funktionäre in Schleswig-Holstein“.

Wilhelm Knelangen, Politikwissenschaftler an der Uni Kiel, geht davon aus, dass der Auftritt der Gewerkschafterin der SPD eher geschadet habe. „Sollte die Absicht bestanden haben, Herrn Günther mit dieser Äußerung zu schaden, ist das auf jeden Fall nach hinten los gegangen“, sagte er. Die Glaubwürdigkeit der Gewerkschafterin sei durch den bislang fehlenden Beleg für diese Aussage erschüttert.

Sein Eindruck sei, die Funktionärin habe sich vor laufender Kamera „hinreißen lassen“.

J. Paulat

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