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Norddeutschland Auch Tiere müssen sich warm anziehen
Nachrichten Norddeutschland Auch Tiere müssen sich warm anziehen
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21:37 27.10.2012
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Ostholstein

Als Trampeltier bezeichnet zu werden, fassen die meisten Menschen nicht unbedingt positiv auf. Gewisse Eigenschaften dieses Säugetiers zu besitzen, kann hingegen durchaus von Nutzen sein. Denn während sich Hardy, Sonja und ihr Sohn Hanno Westerhoff sich für ihren gestrigen Ausflug in den Grömitzer Zoo (Kreis Ostholstein) trotz des herrlichen Sonnenscheins in dicke Jacken, Schals und Mützen einpacken mussten, ist den Kamelen aus Asien das Wetter ziemlich egal. „Die Kälte macht den Tieren nichts aus“, erklärt Tierpark-Direktor Ingo Wilhelm. „In der Mongolei und in Kasachstan, wo sie herkommen, können die Temperaturen auch mal auf minus 50 Grad sinken.“

So wird das Wetter

Ganz so kalt war es gestern dann doch nicht, auch wenn viele Schleswig-Holsteiner zum ersten Mal in diesem Winter zum Scheibenkratzer greifen mussten, bevor sie morgens zur Arbeit fahren konnten. Ein blauer Himmel und viel Sonne lockten viele trotz Temperaturen um die vier Grad ins Freie. „Wir sind ohnehin an die Ostsee gekommen, um uns winterfest zu machen“, verrät Sonja Westerhoff. Dafür verbringt die Familie aus Neuenkirchen bei Osnabrück ihren Urlaub in Dahme. Beim Spaziergang durch den Grömitzer Zoo Arche Noah können sie beobachten, wie die vielen Tiere das Gleiche machen.

„Da gibt es die unterschiedlichsten Varianten“, verrät Tierpfleger Benjamin Looß. „Die Waschbären zum Beispiel futtern jetzt einfach so viel sie können, um Winterspeck anzusetzen.“ Danach klettern die Kleinbären in einen Baum und schlafen. „Alle drei Tage kommen sie mal runter, fressen etwas, machen ihr Geschäft – und dann sind sie schnell wieder weg“, sagt der 22-Jährige.

Manchen Tieren müssen die Mitarbeiter aber auch etwas bei der Wintervorbereitung helfen. Die griechische Landschildkröte zum Beispiel gräbt sich gewöhnlich für ihren Winterschlaf im Boden ein. Da das in den Freigehegen aber nicht so gut geht und die Temperaturen zu stark sinken können, ziehen die Tiere, die bis zu 50 Jahre alt werden, in ein Innengehege um. „Das dürfen wir aber auch nicht wirklich heizen“, verrät Ingo Wilhelms Frau Birgit. „Sonst kommen sie nicht zur Ruhe.“ Zwischen vier und acht Grad seien optimal für die eigentlich im Mittelmeerraum lebenden Schildkröten.

Auch in den Gehegen der im Freien überwinternden Tiere wird jetzt noch klar Schiff gemacht. „Wir fegen vor allem Laub“, sagt Tierpfleger Looß. „Allein bei den Kängurus war ich dafür heute schon dreimal.“ Diese Arbeiten wollen die Mitarbeiter des Zoos abgeschlossen haben, bevor es noch kälter wird. „Dann ist es uns nämlich auch zu ungemütlich draußen“, sagt Looß. Er ist eben auch kein Trampeltier.

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