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Norddeutschland Auch junge Leute finden Grau schick
Nachrichten Norddeutschland Auch junge Leute finden Grau schick
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20:20 12.03.2016
Weißes Haar? Für Denise Schliemann (l.) und Friseurmeisterin Silke Schacht ist das keine Alterserscheinung, sondern ein Trend. Quelle: Fotos: Lutz Roeßler

Noch glitzert nur die Alufolie auf Denise Schliemanns Kopf silbern, doch bald werden es auch ihre Haare tun. Friseurmeisterin Silke Schacht trägt die helle Farbe auf den Kopf der 19-Jährigen auf, die schon rosa Spitzen trägt. Jetzt also auch noch silber — und das, obwohl viele Menschen sich doch eigentlich die Haare färben, um die grauen Strähnchen wieder loszuwerden.

„Die grauen Haare kommen schon ganz von allein — da muss man nicht färben.“ Sigrid Kerwel (79)
„Es ist nichts für jeden Typ, aber bei manchen sieht es einfach super aus.“ Dominique Köpke (19)
„Den Look kombiniert man am besten mit knalligem Make-up.“Maike Pache, Friseurmeisterin
„Ich hätte etwas Angst, dass das Färben die Haare stark kaputt macht.“ Alina Denton (21)
„Es ist nichts für jeden Typ, aber bei manchen sieht es einfach super aus.“ Dominique Köpke (19)
„Die grauen Haare kommen schon ganz von allein — da muss man nicht färben.“ Sigrid Kerwel (79)
„Den Look kombiniert man am besten mit knalligem Make-up.“Maike Pache, Friseurmeisterin

„Der Metallic-Look ist bei den jungen Leuten aber gerade sehr in“, sagt Schacht, die im Lübecker Salon „Die Friseurmeister“ etwa zweimal pro Woche den besonderen Farbmix aufträgt — meistens für Kurzhaarfrisuren. „Auch helle Pastellfarben in leichtem Rosé oder Hellblau liegen im Trend.“ Orientieren würde sich die Farbwahl an der Textilmode, die im kommenden Sommer farblich ganz ähnlich ausfällt. „Manchmal ist auch knallig wie pink, rot und türkis gefragt oder auch lila mit einem Grauton gemischt“, sagt die stellvertretende Obermeisterin der hiesigen Friseurinnung.

Allerdings müsse man bei dunkleren Haaren vorher einmal hell färben, damit die Wunschfarbe dann auch zur Geltung kommt. „Dann ist es ein echter Hingucker“, sagt Schacht.

Und der Clou an der Sache sei eben, dass das Metallic-Grau nicht „alt“ wirke. „Die Farbe sieht immer etwas künstlich aus im Gegensatz zu echtem Grau“, sagt Sandra Riemann vom Friseursalon Sizoo. „Es muss zum Typ passen.“ Meistens wirke die helle Farbe erst richtig gut, wenn man dazu knalliges Make-up oder passende Accessoires trage. „Das ist schon ein aufwendiger Look“, sagt auch Sizoo-Inhaberin Maike Pache. „Zudem muss die Farbe öfter erneuert werden, damit sie nicht fade aussieht.“ Aber Stars wie etwa die Sängerin Rihanna machten eben solche Sachen als „Role Models“ vor — und die jungen Fans ziehen nach.

Gerade bei älteren Menschen sorgt das für Kopfschütteln. „Die grauen Haare kommen von allein“, sagt etwa die 73-jährige Marianne Ondrasek, der noch nicht bewusst war, dass sie eine Trendfarbe auf dem Kopf trägt. „Die jungen Menschen können ihre Haare ruhig in ihrer Ursprungsfarbe belassen“, meint sie. Tatsächlich tun das aber immer weniger. „Es wird mehr gefärbt denn je“, sagt Silke Schacht. Und auch die Meisterinnen vom Salon Sizoo stimmen ihr zu: „Es gibt kaum noch Kunden ohne Farbe im Haar“, sagt Maike Pache. „Die meisten wollen, dass ihr Naturton stärker zur Geltung kommt.“

Andere allerdings wollen das genaue Gegenteil, dass nämlich die grauen Haare nicht mehr zu sehen sind. Für diese Gruppe gibt es nun Hoffnung, dass vielleicht bald ein Gegenmittel gegen altersbedingten Farbverlust gefunden werden könnte: Forscher vom University College London haben immerhin den Verursacher von grauem Haar identifiziert. Bei Trägern des sogenannten IRF4-Gens wird in den Haarzellen weniger Farbstoff gebildet, was zur Depigmentierung führt. Statt der Farbe lagern sich Luftbläschen im Haar ab, die vom Betrachter als weiß wahrgenommen werden.

Grau oder nicht grau — getönt und gefärbt wird wohl weiterhin. „Mit meiner Haarfarbe stelle ich ja auch etwas nach außen dar“, sagt Antonia Dethlefsen (25). „Und das möchte ich selbst bestimmen können.“

Von Lena Modrow

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