Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland Auf Augenhöhe mit dem Storch
Nachrichten Norddeutschland Auf Augenhöhe mit dem Storch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 24.06.2017
Jörg Heyna befestigt einen Ring am Bein eines Weißstorchkükens in einem Nest in Sankt Peter-Ording. Quelle: Foto: Wolfgang Runge/dpa
Sankt Peter-Ording

Rund zehn Meter muss Jörg Heyna eine wackelige, steile Leiter hochklettern, bevor er einen Blick in das große Storchennest werfen kann. Dort liegen auf einem weichen Strohbett regungslos drei schlaffe Vogelkörper. Sind sie tot? Heyna schüttelt den Kopf. „Die Küken stellen sich nur tot. Sie tun so, als ob sie uns nicht bemerken“, erklärt er. Für ihn ist diese sogenannte Akinese ein Segen, denn dadurch kann er einen individuell nummerierten Ring mit einer Spezialzange am Bein der kleinen Störche befestigen, ohne dass die Vögel Schaden nehmen.

Jörg Heyna ist Vogelberinger. Er ist einer von 42 Menschen in Schleswig-Holstein, die eine Lizenz zum Beringen haben, sagt Heike Wemhoff-de Groot vom Institut für Vogelforschung (IfV). Das IfV ist Beringungszentrale für die nordwestdeutschen Bundesländer Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen, NordrheinWestfalen und Hessen. Rund 100000 Vögel bekommen jedes Jahr die Ringe. Die Vogelberingung für wissenschaftliche Zwecke hat eine über hundertjährige Tradition. Erfunden wurde sie 1899 von dem dänischen Lehrer Hans Christian Mortensen.

„Sie ist wichtig für die Erforschung des Lebens der Vögel“, sagt der Ornithologe Ingo Ludwichowski. Die traditionellen Ringe haben bis heute eine Existenzberechtigung – trotz der Konkurrenz durch die moderne Satellitentelemetrie, bei der die Vögel winzige Sender umgeschnallt bekommen, die neben aktuellen Ortsdaten auch beispielsweise Angaben über Flughöhe und Temperatur via Satellit an die Forscher senden. „Kleine Vögel kann man bis heute nicht vernünftig mit Sendern ausstatten“, sagt Ingo Ludwichowski. Außerdem sei die moderne Methode sehr teuer.

LN

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Auf Usedom ist in dieser Woche ein Elch gesichtet worden. Ob er auf der Suche nach einem Ikea-Markt war, ist unbekannt, da er so schnell verschwand, dass niemand mit ihm sprechen konnte.

24.06.2017

Zur Generalprobe kamen am Freitagabend 6000 Besucher an den Kalkberg, 2300 davon waren eingeladen. Die Premiere ist am Sonnabend um 20.30 Uhr.

24.06.2017

Einmal als Schüler zum Reporter werden, spannende Recherchetermine besuchen, Schnappschüsse machen und einen eigenen Artikel schreiben, der dann in den Lübecker ...

23.06.2017