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Norddeutschland Auf die richtige Putztechnik kommt es an
Nachrichten Norddeutschland Auf die richtige Putztechnik kommt es an
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08:28 25.09.2013
Nach jeder Mahlzeit in der Lübecker Kita Drachennest schnappen sich Finja (5), Hanna (5) und Nele (5, v.l.) ihre Zahnbürsten und putzen fleißig Zähne. Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat
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Lübeck

Gleich nach dem Essen — an diesem Mittag gab es Königsberger Klopse — heißt es Zähneputzen für die Jungen und Mädchen der Awo-Kita Drachennest im Lübecker Hochschulstadtteil.

Finja, Hanna und Nele stehen nebeneinander vor drei kleinen Waschbecken und beobachten sich konzentriert im Spiegel beim Zähneputzen. „Die Kinder sollen spielerisch lernen, dass Zahnreinigung wichtig ist“, erklärt Kita-Leiterin Janiene Gursupp.

Laut einer Umfrage der mhplus Krankenkasse zum heutigen Tag der Zahngesundheit weiß jeder fünfte Deutsche nicht, wie er sich richtig die Zähne putzt. 41 Prozent der Befragten wünschen sich zu dem Thema mehr Informationen von ihrem Zahnarzt. Viele seiner Patienten würden immer wieder fragen, was die richtige Putztechnik sei, bestätigt Dr. Peer Levering, Vorsitzender der Zahnärzte des Kreises Ostholstein. „Viele putzen die Zähne so, wie sie es intuitiv für richtig halten“, sagt der Zahnmediziner aus Bad Schwartau. Bei der täglichen Zahnpflege sei weniger Häufigkeit oder Dauer entscheidend als vielmehr Qualität und Intensität. „Daher bieten viele Zahnärzte für eine effektivere Zahnpflege ein Zahnputztraining an,“ sagt Levering. Hierbei werde zunächst an einem Plastikmodell eine systematische Zahnputztechnik vorgeführt, die der Patient dann nachmache. Täglich solle man Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürsten benutzen. Letztgenannte verwenden inzwischen 44 Prozent der Deutschen. Das sei wichtiger als die Verwendung elektrischer Zahnbürsten, denn auch diese „kommen nicht in die Zahnzwischenräume“, erläutert Levering.

Zunehmend genutzt wird die professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt. Laut der mhplus-Umfrage sind mehr als sieben von zehn Bundesbürgern der Auffassung, diese gehöre zu einer guten Mundhygiene. „Je nach Erkrankungsrisiko sollte man alle zwei bis sechs Monate eine solche Zahnreinigung durchführen lassen“, berichtet Levering. Auch Birgit Seidel, Beratungsstellenleiterin der Verbraucherzentrale in Lübeck, hält die professionelle Zahnreinigung für „eine sinnvolle Prophylaxe“. Da einige Kassen einen Zuschuss geben würden, solle man bei diesen nachfragen. Auch lohne sich ein Preisvergleich, „da die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung durchaus variieren.“

Der Grundstein für gesunde Zähne wird laut Kita-Leiterin Gursupp im Kindesalter gelegt. Wie Finja, Hanna und Nele greifen auch die anderen Kinder morgens und mittags nach dem Essen zu ihren roten Zahnputzbechern. „Sie sollen selbstständig die Zähne putzen, dabei allerdings auch die richtigen Techniken erlernen“, sagt die 38-Jährige. Von der Prophylaxe- Helferin, die zweimal im Jahr die Kita besucht, versuche sie sich etwas abzuschauen, „um dies dann den Kindern zeigen zu können“.

Levering, selbst „Patenzahnarzt“ eines Kindergartens, ist der Meinung, Kindern sollte richtiges Zähneputzen antrainiert werden. Damit er beim Einüben von Putzgewohnheiten wirksam Hilfe leisten könne, empfiehlt er Kindern einen vierteljährlichen Zahnarztbesuch. Neben der richtigen Zahnpflege ist auch die Ernährung wichtig für gesunde Zähne. Zucker sollte vermieden werden, was jedoch, wie Levering zugibt, sehr schwierig sei. „Natürlich darf man hin und wieder auch mal sündigen“, sagt Gursupp. Deshalb gebe es zuweilen auch einen Kakao in der Kita. Kein Problem, wenn danach gleich wieder gut geputzt wird . . .

Was es beim Zähneputzen zu beachten gilt
Bei den Zahnbürsten sei es wichtig, dass sie viele und abgerundete Borsten hätten, „damit sie das Zahnfleisch nicht verletzen“, erklärt Dr. Martina Walther, Vorstandsmitglied der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein im Bereich Prävention. Bezüglich elektrischer Zahnbürsten empfiehlt die Lübecker Zahnärztin Ultraschallzahnbürsten: „Diese dringen auch gut in die Zahnzwischenräume ein.“

Zahnseide sollte jeweils passend zur Größe der Zahnzwischenräume gewählt werden. Walther rät dazu, sich dabei vom Zahnarzt beraten zu lassen.


Vor dem Schlafen solle man unbedingt die Zähne putzen, „da nachts die Bakterien lange Zeit ungestört aktiv sein können.“ Aber auch nach dem Frühstück sei dies ratsam — zumal dann, wenn man Süßes gegessen hat.

Georg Meggers

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