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Norddeutschland Aufatmen in Rostock: „Becca“ ist wieder da
Nachrichten Norddeutschland Aufatmen in Rostock: „Becca“ ist wieder da
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11:45 17.10.2012
Gestern suchte die Polizei erneut an den Strecken, die Rebecca nach dem Club-Abend gewählt haben könnte – diesmal mit Erfolg.
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Nordwestmecklenburg

Die seit Sonnabend vermisste 17-jährige Rebecca wurde gestern gegen 14 Uhr auf einem Rostocker Fabrikgelände an einer viel befahrenen Straße, rund drei Kilometer von ihrem Elternhaus entfernt, entdeckt. Nicole Mumm (18) traut der guten Nachricht nicht, die eine Freundin ihr im Unterricht auf Facebook zeigt. Sie geht hinaus zum Telefonieren, kommt zurück und zittert. „Ich war skeptisch und hatte einen Panik-Anfall“, sagt sie gestern den Lübecker Nachrichten. Sie habe sich nicht getraut, erleichtert zu sein. Bis sie mit Rebeccas Familie sprach. Sofort wird die Hoffnung zur Gewissheit. Vor dem Pausenklingeln stürmt Nicole aus dem Unterricht. Eine andere Freundin fasst im Internet die Emotionen des gestrigen Tages treffend zusammen. Wenige Worte reichen: „Es gibt doch noch Wunder.“ Abends fasst die Polizei sogar einen Verdächtigen. Der 28-Jährige wurde gegen 17.30 Uhr festgenommen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Nötigung gegen den Mann, der bereits mehrfach einschlägig vorbestraft ist.Dass Rebecca, die viele Freunde „Becca“ nennen, lebend gefunden wird, ahnt gestern zunächst niemand. Denn der Nachmittag beginnt mit einem Schreckensmoment: Im Radio ist von einer Leiche die Rede, die am Dierkower Damm gefunden worden sei. Wenig später verkehrt sich die Nachricht ins Gegenteil. Rebecca ist gefunden und lebt. Zunächst ist auch von schweren Verletzungen die Rede. Die Freundinnen haben es von Rebeccas Freund, der an ihrem Klinikbett sitzt, aber bereits anders gehört. „Leichte Verletzungen, sie ist auch nicht an Geräte angeschlossen“, erzählt Nicole. Sie will noch am Nachmittag ins Krankenhaus fahren. Ihr Handy steht nicht still. sie bekommt 50 SMS. In Rostock-Dierkow fährt Alina Schwardtke (16) gerade heim. Rebeccas Mitschülerin ist „einfach nur glücklich“. „Alle haben geheult und fielen sich in die Arme“, erzählt sie. Natürlich hätten alle noch einen Funken Hoffnung gehabt, „aber selbst der schwand in den letzten Stunden“, sagt die Schülerin, die auch den Medien und helfenden Firmen dankt.„Wir haben zusammen gebetet“, sagt Schülerin Nadja Engelhardt (15). Auch auf Facebook entlädt sich gestern die Freude über die Rettung. „Mia Aloha“ postet: „Man kann nur hoffen, dass sie kein schweres Martyrium durchleben musste.“ Sie wünscht Rebecca, dass sie „ganz wieder genesen“ könne – körperlich und seelisch. Joachim Schmidt jubelt: „Dem Herrn sei Dank, dass sie lebt!“Schon mischen sich auch andere Töne unter die Sorge. Manche Schreiber greifen die „Bacio- Lounge“ an, die ein 17-jähriges Mädchen hereinlasse und bis in die Nacht im Haus tanzen lasse. Im LT- Club etwa sind Abipartys inzwischen nur noch für 18-Jährige und Abiturienten – die auch unter 18 Jahren sein dürfen – zugänglich. Am Petridamm wohnt Vanessa Kröger (16). Sie kennt Rebecca aus der Grundschule und atmet auf. Als sie von Rebeccas Rettung auf der Arbeit übers Radio erfährt, lässt ihr Ausbildungsleiter sie gehen. „Gestern hatten wir noch 2400 Flyer verteilt“, sagt sie. Und nun sei Rebecca wieder da. Unglaublich.Das Pressezentrum in der Innenstadt hatte im Printladen Hunderte Flugblätter für die Suchaktion kostenlos nachdrucken lassen, um zu helfen. Darauf: Rebeccas lachendes Gesicht. Das werden ihre Lieben nun bald wieder täglich aus der Nähe sehen können.Details zu dem Fall und nähere Informationen zu dem Tatverdächtigen wollen Staatsanwaltschaft und Polizei heute Vormittag bei einer Pressekonferenz in Rostock bekannt geben.

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