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Norddeutschland Aufräumen nach dem Unwetter
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21:13 23.06.2017
Mit drei Kränen mussten die Flügel der Mühle „Venti Amica“ demontiert werden. Quelle: Fotos: Kai Schulz, Nancy Heusel/dpa
Hamburg/Hannover

Einen Tag nach den schweren Unwettern in Norddeutschland ging es gestern ans Aufräumen. Die Bahn kämpfte auf manchen Strecken noch mit den Folgen.

Auch gestern noch Zugausfälle und Verspätungen – 500 000 Euro Schaden an historischer Mühle.

Hagel, Starkregen und ein Tornado hatten am Donnerstagmittag in und um Hamburg für ein Verkehrschaos gesorgt. Am Abend zog eine zweite Gewitterfront über die Stadt.

Züge zwischen Hamburg und Hannover mussten gestern zunächst weiterhin über Rothenburg umgeleitet werden, sagte eine Bahnsprecherin. Für die Fahrgäste bedeutete das eine Fahrtzeitverlängerung um rund 20 Minuten. Die Verbindungen nach Berlin und Bremen waren in der Nacht hingegen wieder freigegeben worden. Gestern kam es weiterhin zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen – unter anderem im Nahverkehr des Metronoms, wie das Bahnunternehmen auf seiner Website mitteilte. Im Hamburger Stadtverkehr wurde ein Abschnitt der Linie S3 mit Bussen und Taxen bedient. Zwischen Buxtehude und Stade mussten Bahnreisende in Busse umsteigen.

Am Bahnhof Altona richteten Hilfsorganisationen am Donnerstagabend eine Notunterkunft für gestrandete Bahnreisende ein, wie ein Sprecher der Feuerwehr sagte. Weitere 300 Schlafplätze standen den Festsitzenden in einer Schule zur Verfügung. Die Bahn stellte zudem vier Schlafzüge bereit. Das Unwetter hatte die Feuerwehr laut Sprecher rund 240 Mal auf Trab gehalten. Bei den Einsätzen waren demnach meist Bäume auf Straßen, Häuser oder Bahngleise gefallen.

Mit seinen massiven Böen hat das Sturmtief „Paul“ auch die historische Windmühle „Venti Amica“ im niedersächsischen Twielenfleth in der Nähe von Stade schwer getroffen. Die vier Flügel der 24 Meter hohen denkmalgeschützten Galerieholländermühle mussten abgenommen werden. Auch die drehbare Kappe der 1848 erbauten Mühle und die gusseiserne Flügelwelle wurden beschädigt. Für die Bergungsarbeiten waren drei Kräne im Einsatz. Die Schadenssumme wird auf bis zu 500 000 Euro geschätzt.

In der Staatsoper in Hannover musste eine Vorstellung abgebrochen werden. „Passenderweise wurde das Stück ,Die Macht des Schicksals' aufgeführt“, sagte Pressesprecher Olaf Roth. In das Opernhaus war nach dem Starkregen Wasser eingedrungen, zur Pause mussten rund 600 Zuschauer das Gebäude verlassen. Auch das Konzert der Band Guns N'Roses auf dem Messegelände in Hannover wurde wegen des Unwetters unterbrochen. Die Gäste wurden nach Angaben der Polizei in die benachbarten Messehallen gebeten.

Das Wochenende wird nach Einschätzung von Meteorologen weiterhin Schietwetter bringen. Heute wird sich die Sonne nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nur in Richtung Dänische Grenze und Nordsee gelegentlich zeigen. Bei Temperaturen um 18 bis 21 Grad soll es dabei immer wieder schauerartig regnen.

LN

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