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Norddeutschland Aus für Benziner? Nord-Grüne zurückhaltend
Nachrichten Norddeutschland Aus für Benziner? Nord-Grüne zurückhaltend
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22:59 29.09.2016
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Berlin/Kiel

Die Grünen wollen Autos mit Benzin- oder Dieselmotor verbieten. Ab 2030 sollen sie nicht mehr zugelassen werden dürfen. Das sieht ein Antrag des Bundesvorstands für den Bundesparteitag im November vor. Nur wer mit einem Elektroauto bei der Zulassungsstelle vorfährt, bekommt dann noch ein Nummernschild. „Immer mehr Autos weltweit sind eine der größten Bedrohungen für das Klima und für die menschliche Gesundheit“, heißt es in dem Antrag.

Bei den Nord-Grünen ist man bei der Beurteilung des Vorstoßes auffällig zurückhaltend. Fürchtet man hier, dass eine so radikale Forderung bei der Landtagswahl am 7. Mai Wähler verschreckt, wie es 1998 die Forderung nach einem Benzinpreis von fünf Mark je Liter tat? Grünen-Landeschefin Ruth Kastner will diese Frage nicht beantworten, sagt nur, dass es zwar wichtig sei, „dass die E-Mobilität zügig kommt, aber die Infrastruktur muss auch stimmen“.

Die Mitbewerber schießen sich derweil schon auf die Grünen ein. Man halte ein generelles Verbrennungsmotor-Verbot „für problematisch“, sagt Kai Vogel (SPD). Mobilität sei für den Wirtschaftsstandort unerlässlich. „Es ist nun mal die typische Grundhaltung der Grünen, die Menschen mit staatlichen Verboten erziehen zu wollen“, so der FDP-Abgeordnete Christopher Vogt. Auch beim ADAC lehnt man den Vorstoß ab. In ländlichen Gebieten seien Verbrennungsmotoren noch lange unverzichtbar, so Sprecher Ulf Evert. Hans-Jörn Arp (CDU) glaubt, dass vor allem das noch von Rot-Grün im Bund beschlossene Erneuerbare-Energien- Gesetz mehr Elektromobilität verhindert. In Norwegen, wo ab 2025 nur noch solche Autos fahren dürfen, sei Strom billiger.

W.Hammer

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