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Norddeutschland Ausbildungsstart: Noch 6300 Lehrstellen unbesetzt
Nachrichten Norddeutschland Ausbildungsstart: Noch 6300 Lehrstellen unbesetzt
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21:38 01.08.2017
Auch Köche werden gesucht. Quelle: Jens Büttner/dpa

Bei der Arbeitsagentur hält man die Lage dennoch für unproblematisch. Der DGB warnt hingegen vor einem heraufziehenden Fachkräftemangel.

Dieser Mangel drohe, weil in Sachen Ausbildung „Quantität, Vergütungen und vielfach auch die Qualität im Keller sind“, sagt DGB- Nord-Chef Uwe Polkaehn. Die Arbeitgeber sollten daher nicht immer nur „die Ausbildungsbereitschaft der jungen Menschen hinterfragen“. Stattdessen müssten „Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit der Unternehmen im Norden deutlich gesteigert werden“.

„Ich sehe keine Ausbildungskrise“, sagt hingegen die Chefin der Arbeitsagentur-Nord, Margit Haupt-Koopmann. Es sei jedes Jahr wieder zu beobachten, dass der Ausbildungsmarkt noch bis weit in den September hinein in Bewegung sei. Jugendliche, die mehrere Angebote haben, würden sich oft erst spät für eine Stelle entscheiden oder doch noch eine weiterführende Schule besuchen. Auch Arbeitgeber zögerten oft lange mit einer Einstellung. So seien auch in diesem Jahr aktuell noch 6200 Bewerber um einen Ausbildungsplatz unversorgt, darunter 1250 Abiturienten und Jugendliche mit Fachhochschulreife. „Entscheiden sie sich jetzt“, appelliert Maren Haupt-Koopmann an beide Seiten.

Gute Chancen auf eine Lehrstelle im Norden gibt es vor allem im Einzelhandel. Dort sind noch 1044 Stellen für angehende Kaufleute und Verkäufer unbesetzt. Außerdem werden 237 Köche und 173 Hotelfachleute gesucht, aber auch 203 Elektroniker, 203 Sanitär- und Heizungstechniker sowie 175 Bankkaufleute. Schlechte Chancen gibt es hingegen zum Beispiel für Jugendliche mit dem Berufswunsch Arzthelferin. Hier steht einer Bewerberin rechnerisch nur eine halbe freie Stelle gegenüber.

Seit dem letzten August meldeten 18 898 Jugendliche bei der Arbeitsagentur Interesse an einer Ausbildung an, 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. 6211 haben bereits einen Ausbildungsvertrag in der Tasche, etwa ebenso viele würden jetzt doch noch weiter zur Schule gehen, studieren oder etwa eine Erzieher-Ausbildung antreten. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsplätze sei nur um 2,1 Prozent gestiegen, kritisiert der DGB. Immer mehr Bewerber würden in Warteschleifen ausweichen. „Was das Land braucht, sind mehr gute Ausbildungsplätze“, sagt Polkaehn.

FDP-Wirtschaftsminister Bernd Buchholz appelliert ebenfalls an die Betriebe, mehr auszubilden. Das sei ein Zukunfts-Invest, „und es bringt doch auch Spaß, sein Wissen weiter zugeben“

Wolfram Hammer

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