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Norddeutschland Auschwitz-Prozess geplatzt
Nachrichten Norddeutschland Auschwitz-Prozess geplatzt
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20:31 07.10.2016
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Neubrandenburg

. Bei den Beteiligten des Neubrandenburger Auschwitz-Prozesses liegen die Nerven blank: Nachdem die Hauptverhandlung gegen den früheren SS-Sanitäter in dem Konzentrationslager, Hubert Z., geplatzt ist, weisen sich die Verfahrensbeteiligten in heftigem Ton gegenseitig die Schuld zu.

Der Verteidiger des 96 Jahre alten Angeklagten, PeterMichael Diestel, unterstellte der Staatsanwaltschaft Schwerin und den Nebenklägern gestern, mit ihren Befangenheitsanträgen gegen insgesamt drei Richter den Prozess verschleppen zu wollen, „damit ein Urteil, komme was wolle, nicht gesprochen wird“. Diestel nannte die Anträge hilflos und destruktiv „in einem der letzten Prozesse, wenn nicht gar dem letzten Prozess, um das Geschehen in Auschwitz“.

Der Vertreter der Nebenklage, Thomas Walther, wiederum warf dem Vorsitzenden Richter Klaus Kabisch vor, die Beweisaufnahme zum Vorwurf der Mordbeteiligung des Angeklagten in Auschwitz gar nicht beginnen zu wollen. „Seit Beginn des Jahres sollte lediglich die Verhandlungsunfähigkeit herbeigeredet und keinesfalls nach strengen Beweisregeln überprüft werden“, erklärte Walther. Verfahrensrechte der Nebenkläger seien bis hin zur Verweigerung des Anwaltsgesprächs mit den Mandanten beschnitten und missachtet worden.

Auch das Internationale Auschwitz-Komitee warf dem Landgericht Neubrandenburg vor, das vorläufige Scheitern des Prozesses praktisch selbst betrieben zu haben. „Von Beginn des Prozesses an war allen Beobachtern mehr als deutlich, dass der Vorsitzende Richter einem Prozess in Sachen Auschwitz völlig ablehnend gegenüberstand“, sagte der Exekutiv-Vizepräsident Christoph Heubner. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 96-jährigen Angeklagten Beihilfe zum Mord in mindestens 3681 Fällen vor.

LN

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