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Baby im Sylter Autozug geboren

Westerland/Niebüll Baby im Sylter Autozug geboren

Der Fall bietet neuen Zündstoff bei der Debatte um die Versorgung werdender Mütter.

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Die junge Mutter Christin hält in Westerland glücklich ihr Baby Hanna im Arm.

Quelle: Simone Steinhardt/dpa

Westerland/Niebüll. . Eine 26-jährige Sylterin hat in dem Autozug in Richtung Festland ein Kind bekommen. „Als wir zu Hause losfuhren, dachte ich, wir würden es noch bis Husum schaffen, doch auf dem Hindenburgdamm war mir klar, es geht los“, erzählte Christin Wolter gestern von der Geburt am vergangenen Donnerstag. Mit der Ankunft in Niebüll war schließlich auch die kleine Hanna da.

Da das Kind noch im Rettungswagen auf dem Zug zur Welt kam, soll als Geburtsort auch Sylt eingetragen werden. Das hat die Mutter nach eigenen Angaben mit der Inselverwaltung bereits ausgemacht. „Sie ist jetzt in fünfter Generation Sylterin“, freute sich Wolter mit Blick auf ihren Partner. Sie selbst lebt seit elf Jahren auf der Insel.

Wolters Geburt dürfte die Debatte über die Versorgung werdender Mütter auf der Insel erneut anheizen. Die einzige Geburtshilfestation an der Sylter Nordseeklinik ist seit 2014 dicht. Viele Eltern kritisieren seitdem die Situation für werdende Mütter auf der Insel. Ihnen wird empfohlen, bereits mehrere Wochen vor dem Termin in ein Boarding-Haus auf dem Festland zu ziehen. Denn auf Sylt kann auch schlechtes Wetter den Transport in eine Geburtsklinik verkomplizieren – wenn etwa Autozug und Helikopter wegen Sturms nicht unterwegs sein können.

Auch für Christin Wolter war das Boarding keine Option: „Wir haben noch einen fast fünfjährigen Sohn, der muss ja auch betreut werden“, sagte sie. Dennoch habe sie eigentlich pünktlich nach Husum fahren wollen.

Hebamme Heidrun Hepper, die dem kleinen Mädchen auf die Welt half, hat solch eine Geburt in mehr als 30 Jahren in ihrem Beruf noch nicht erlebt. „Da sich der Muttermund noch nicht so weit geöffnet hatte, hoffte ich, dass es noch reichen würde“, sagte sie. Doch der Zug habe für die sonst gut halbstündige Überfahrt fast doppelt so lange benötigt. „Er musste dreimal anhalten“, berichtete sie. Die Geburt an sich sei problemlos verlaufen, Mutter und Tochter seien wohlauf. Die Schlussphase habe gerade mal acht bis zehn Minuten gedauert. Hebamme Hepper, die sich sonst vor allem Hausgeburten begleitet, war vom Roten Kreuz mit in den Rettungswagen geholt worden.

LN

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