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Norddeutschland Baby unter Decken erstickt – Mutter muss jahrelang in Haft
Nachrichten Norddeutschland Baby unter Decken erstickt – Mutter muss jahrelang in Haft
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21:16 15.06.2016
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Hamburg

Sie legte zwei Bettdecken über ihr schreiendes Baby und ließ es allein, bis der Junge erstickte: Das Landgericht Hamburg hat gestern eine 29-Jährige wegen Totschlags zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und acht Monaten verurteilt. „Sie haben Ihr Baby, welches sich nicht wehren konnte, getötet“, sagte die Vorsitzende Richterin Ulrike Taeubner. Die Angeklagte verfolgte die Urteilsbegründung mit gesenktem Kopf, ihre Miene verriet in diesem Moment keine Gefühlsregung.

Mit dem Strafmaß folgte das Gericht den Forderungen von Staatsanwaltschaft und Nebenklage. Die Verteidigung kündigte an, Revision einlegen zu wollen. „Wir werden das Urteil angreifen“, sagte Anwalt Claus-Philipp Napp. Er hatte zuvor auf eine Freiheitsstrafe von zwei bis drei Jahren plädiert. Seine Mandantin habe sich in einem seelischen Ausnahmezustand befunden. Die Angeklagte hatte in dem Verfahren gestanden, am 7. November 2015 in ihrer Wohnung in Hamburg-Harburg Decken über ihr schreiendes Baby gelegt zu haben, so dass Maximilian erstickte. Als sie das leblose Kind entdeckte, rief die Frau die Feuerwehr. Vor Gericht zeigte die Mutter Reue. „Ich vermisse ihn jeden Tag“, sagte sie unter Tränen über ihren toten Sohn. Doch was genau am Tattag geschah, dazu lieferte die Angeklagte unterschiedliche Versionen. „Warum tötet eine Mutter ihr fünf Monate altes Baby?“, sagte Taeubner. „Ein klares Motiv vermochte die Kammer nicht aufzuklären.“ Die Frau sei schuldfähig, es sei auch keine Handlung im Affekt gewesen. Laut Rechtsmedizin starb das Kind nach einigen Minuten. Währenddessen saß die Mutter in einem anderen Raum und guckte eine TV-Sendung. „Sie haben mindestens fünf Minuten Zeit gehabt, Maximilian zu retten“, betonte Taeubner.

LN

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