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Bahn-Chaos: So geht es nicht weiter

Sturm "Herwart" Bahn-Chaos: So geht es nicht weiter

Der Orkan „Herwart“ hat in der Nacht zu Sonntag in Norddeutschland gewütet. Der Sturm richtete erheblichen Schaden an und forderte mehrere Todesopfer. Der Bahnverkehr im Norden kam fast vollständig zum Erliegen. Der Wirtschaftsminister und der Fahrgastverband Pro Bahn fordern nun eine Lösung.

Der Orkan „Herwart“ hat in der Nacht zu Sonntag in Norddeutschland gewütet. Der Sturm richtete erheblichen Schaden an und forderte mehrere Todesopfer. Der Bahnverkehr im Norden kam fast vollständig zum Erliegen.

Quelle: Marks/dpa

Lübeck/Hamburg. Der Orkan „Herwart“ hat in der Nacht zu Sonntag in Norddeutschland gewütet. Der Sturm richtete erheblichen Schaden an und forderte mehrere Todesopfer: An der Nordsee in Niedersachsen wurde ein 63-jähriger Camper von der Sturmflut überrascht und ertrank. Vor der Insel Usedom (Vorpommern) kenterte ein Boot. Zwei Insassen starben danach im Krankenhaus, ein dritter wurde gestern noch vermisst. In Prangendorf (Landkreis Rostock) wurde ein 61-jähriger Jäger aus dem Emsland gestern Vormittag tot unter einem umgestürzten Hochsitz gefunden.

Der Bahnverkehr im Norden kam fast vollständig zum Erliegen. „Bis auf die Regionalbahn Hamburg-Bad Oldesloe fahren die Züge inzwischen aber wieder“, teilte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis gestern mit. Er gehe davon aus, dass die Strecke (RB 81) auch heute zunächst noch nicht wieder planmäßig bedient werde. Für Fernreisende, die am Sonntag per Zug von Lübeck nach Hamburg fuhren, war dort Endstation. Sie kamen nur per Bus oder Taxi weiter. „Leider waren es viel zu wenig Busse“, räumt Meyer-Lovis ein. „Für einen Zug bräuchten wir 18 Busse. Das kriegen wir nicht hin.“

In Hamburg stellte die Bahn Hotelzüge bereit. Nicht genutzte Fahrkarten vom 29. und 30. Oktober können entweder bis zum 26. November zurückgegeben oder bis zum 6. November flexibel umgebucht werden, so die Bahn. „Für Kunden, die über das lange Wochenende eine Bahnreise gebucht haben, gilt das Gleiche, falls es mit der Rückfahrt nicht klappt“, versichert eine Bahnsprecherin. „Wir sind aber zuversichtlich, dass spätestens am Mittwoch alle Züge wieder fahren.“

Ursache für das Bahn-Chaos waren überwiegend umgestürzte Bäume, die die Gleise blockierten. Schon Anfang des Monats hatte Sturmtief „Xavier“ den Bahnverkehr lahmgelegt. Der Kieler Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) erneuerte gestern seine diesbezügliche Kritik an der Bahn. „Es kann nicht sein, dass jedes Mal, wenn ein Sturm über unser Land fegt, die Pendlerinnen und Pendler, die den öffentlichen Nahverkehr nutzen wollen, im Regen stehen gelassen werden.“ Die Nutzung des Nahverkehrs sei im Interesse des Landes. Die Schienen-Betreiber müssten Sicherheit und Verkehrstüchtigkeit gewährleisten. „Wir müssen eine Lösung hierfür finden, und zwar bundesweit. Deshalb ist das ein Thema für die Verkehrsministerkonferenz.“

Die Regionalbahn „Metronom“ und der Fahrgastverband Pro Bahn forderten einen Runden Tisch mit Vertretern von Naturschutzverbänden, Behörden und Politikern. Die Bahn müsse den Baumschnitt an den Gleisen besser in den Griff bekommen, sagte „Metronom“-Sprecher Björn Pamperin. „Die von Bäumen auf den Bahnbetrieb wirkenden Gefahren müssen beseitigt werden.“ Verantwortlich dafür sei die DB Netz AG. Diese könne aber oft aus Naturschutzgründen Bäume an den Gleisen nicht fällen.

Es gebe auch zu wenig elektrifizierte Ausweichstrecken, kritisiert Karl-Peter Naumann von Pro Bahn in Hamburg. Für die Verbindung Kiel-Hamburg biete es sich an, die Ausweichstrecke über Bad Segeberg zu elektrifizieren. Das Gleiche gelte für Strecken über Neumünster und Büchen als Ersatz für Lübeck-Hamburg. Die Herbststürme würden stärker und kämen immer früher. „Dafür müssen wir gerüstet sein.“

Von Marcus Stöcklin

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