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Norddeutschland Bahn-Chaos nach Sylt ohne Ende
Nachrichten Norddeutschland Bahn-Chaos nach Sylt ohne Ende
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19:24 30.05.2018
Die Bahn bekommt die Pannen-Strecke zwischen Sylt und Westerland noch nicht in den Griff. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Hamburg/Westerland/Kiel

Zugausfälle, Verspätungen und zusätzliche Umsteigestationen beeinträchtigen voraussichtlich noch mindestens bis zum 7. Juni den Bahnverkehr zwischen Hamburg und Sylt. Auch die Autozüge nach Sylt seien betroffen wegen einer Weichenstörung bei Niebüll, teilte die Bahn am Mittwoch im Internet mit. Wegen defekter Gleisabschnitte können Züge statt 140 Stundenkilometern nur 20 Stundenkilometer fahren.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) bezeichnete in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und die Bahn-Spitze die Situation an der Westküste und insbesondere bei der Anbindung der Insel Sylt als dramatisch. Buchholz erwägt, die Strafzahlungen für die Bahn von derzeit monatlich 350 000 Euro wegen der vielen Pannen zu erhöhen. Die Pünktlichkeit der Züge lag im Mai (Stand 27. Mai) bei 68,3 Prozent - vertraglich sind 93 Prozent zugesagt. Die Zahl der Zugausfälle soll zudem nicht höher als ein Prozent sein - auch diese Marke dürfte nicht zu halten sein.

Auch in kommenden Tagen erhebliche Verspätungen

Die infrastrukturellen Einschränkungen auf der Strecke haben laut Bahn durch die Schienenschleifarbeiten und Schienenwechsel inzwischen abgenommen. „Dennoch wird es nach jetzigem Stand auch in den kommenden Tagen noch zu erheblichen Verspätungen durch die weiterhin bestehenden Langsamfahrstellen und eine Weichenstörung kommen.“ Die Züge von und nach Westerland wenden überwiegend in Elmshorn. Dort besteht Anschluss an die Züge anderer RE/RB-Linien nach Hamburg.

Bei den Zügen des DB Sylt Shuttle komme es wegen der Weichenstörung zu Verspätungen und teilweise Ausfällen. „Die DB arbeitet daran, die Störung schnellstmöglich zu beheben. Zusätzliche Mitarbeiter der DB sind vor Ort im Einsatz und betreuen Reisende“, hieß es in der Internet-Mitteilung. Noch bis zum 7. Juni sollen laut Bahn in den Nächten der Schienenschleifzug im Einsatz sein sowie Instandsetzungskräfte für Schienentausch.

Wirtschaftliche Auswirkungen treffen Land

„Seit Freitag vergangener Woche musste die Zahl der Zugfahrten zwischen Niebüll und Westerland massiv reduziert werden und die verbleibenden Züge fahren permanent mit erheblichen Verspätungen, so dass sie häufig gar nicht bis Hamburg gefahren sind und die Fahrgäste zusätzlich umsteigen mussten“, klagte Buchholz in seinem Brief. Die Anbindung Sylts „wird immer häufiger als Zumutung und als Hindernis für einen Aufenthalt auf Sylt empfunden“. Die wirtschaftlichen Auswirkungen träfen das Land in erheblichem Maße. „Immerhin handelt es sich um eine der führenden Tourismusregionen Deutschlands mit einer Großzahl an Betrieben, die auf Arbeitskräfte vom Festland angewiesen sind.“

Buchholz forderte die unverzügliche Einsetzung eines Qualitätsbeauftragten für die Infrastruktur der DB AG in Schleswig-Holstein sowie die weitere Präzisierung und transparente Umsetzung eines Sofortprogramms für die Marschbahn. Außerdem müsse die Zweigleisigkeit der Strecke Niebüll-Klanxbüll (Kreis Nordfriesland) in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen werden. Ein Bahnsprecher war für eine Stellungnahme bis Mittwochabend nicht erreichbar.

dpa

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