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Norddeutschland Bargteheides Filmstar ist wieder im Kino zu sehen
Nachrichten Norddeutschland Bargteheides Filmstar ist wieder im Kino zu sehen
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21:17 08.11.2017
Skurriler Auftritt auf der Reeperbahn: Simpel (David Kross) und Ben (Frederick Lau) legen sich mit dem Falschen an. Quelle: Fotos: Gordon Timpen/universum, Imago
Hamburg/Bargteheide

„Arschkalt“ hat Kross die Dreharbeiten in Erinnerung. Denn gleich zu Beginn des Films zieht er nur mit Unterhose bekleidet hinaus ins Watt – bei null Grad im Februar 2016. Erzählt wird die Geschichte zweier Brüder. Der 22 Jahre alte Barnabas, genannt Simpel, ist wegen Geburtskomplikationen geistig auf dem Stand eines dreijährigen Kindes geblieben. Gemeinsam mit seinem älteren Bruder Ben (gespielt von Frederick Lau), der sich liebevoll um ihn kümmert, und seiner Mutter (Anneke Kim Sarnau) lebt er in einem Dorf in Norddeutschland direkt am Deich.

Neue Herausforderung für David Kross: Der Schauspieler aus Bargteheide spielt in dem Film „Simpel“, der heute in die Kinos kommt, den geistig behinderten Barnabas. Gedreht wurde in Hamburg und in Ostfriesland in der Nähe von Jever.

Die beschauliche Idylle wird jäh zerstört, als die Mutter unerwartet stirbt und Simpel in ein Heim eingewiesen werden soll. Die einzige Person, die das verhindern kann, ist der Vater (Devid Striesow), zu dem die beiden seit langem keinen Kontakt mehr haben. Es beginnt eine abenteuerliche Odyssee in die Großstadt Hamburg, die die beiden auf eine harte Probe stellt.

Die Rolle des Barnabas war für Kross, der in Bargteheide aufwuchs, etwas Besonderes. Ihm sei klar gewesen, die Vorbereitung auf diese Rolle müsse ganz besonders intensiv sein, erklärte der 27-Jährige, der bereits neben Hollywoodstar Kate Winslet spielte. „Es war mir sehr wichtig zu versuchen, jemanden in seiner Besonderheit und Einzigartigkeit darzustellen – ohne in Kitsch oder irgendein Klischee zu geraten.“ Dazu sprach er mit Psychologen und Psychiatern, traf sich mit geistig Behinderten und verbrachte Zeit mit ihnen, um zu beobachten und zu verstehen. „Ich wollte nicht mit Mitleid auf diese Menschen schauen, sondern ich wollte ihnen ganz normal begegnen“, berichtete er im Gespräch mit der „Bild“-Zeitung.

„Simpel sieht die Welt ganz anders, ist wahnsinnig offen für alles; er geht offen auf die Leute zu und ist sich seiner Außenwirkung nicht bewusst“, erklärt Kross die Faszination für diese Rolle. Er stellt Simpel als einen herzensguten Menschen dar, der den Augenblick genießt und bei einem Ausflug ins Watt mit Unterhose und Moonboots „mit den Ureinwohnern“ tanzen will.

Als seine Mutter stirbt, wünscht er ihr am Totenbett „Gute Verreisung“ und verspricht ihr, auf seinen Bruder aufzupassen.

Die Geschichte könnte überall spielen, hat aber einen eindeutigen norddeutschen Akzent – allein schon durch die Szenen auf der Reeperbahn in Hamburg und im flachen Marschland an der Nordseeküste.

Als Vorlage diente der Roman „Simpel“ der französischen Autorin Marie-Aude Murail, die zu den beliebtesten zeitgenössischen Kinder- und Jugendbuchautorinnen Frankreichs gehört.

Kross: „Diese Rolle war eine Herausforderung und zugleich ein großes Geschenk.“

Zur Person

David Kross ist 1990 in Bargteheide (Kreis Stormarn) zur Welt gekommen. Erste Bühnenerfahrung sammelte er bereits im Alter von 13 Jahren mit der Kindertheatergruppe Blaues Wölkchen des Kleinen Theaters in Bargteheide. Als Durchbruch gilt sein Spiel in Detlev Bucks Film „Knallhart“ (2006). Zwei Jahre später brillierte an der Seite von Kate Winslet in „Der Vorleser“. Seit 2010 lebt Kross in Berlin. Er ist jedoch auch immer wieder gern in Bargteheide zu Gast, zuletzt vor einem Monat.

Julia Paulat und Carola Große-Wilde

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