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Norddeutschland Barmbeker Messerstecher: Lebenslange Haft gefordert
Nachrichten Norddeutschland Barmbeker Messerstecher: Lebenslange Haft gefordert
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20:10 19.02.2018
Hamburg

Es sei zudem die besondere Schwere der Schuld festzustellen, sagte die Vertreterin der Bundesanwaltschaft, Yasemin Tüz, gestern vor dem Staatsschutzsenat des Hanseatischen Oberlandesgerichts. Der abgelehnte Asylbewerber habe sich des Mordes sowie versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung in sechs Fällen schuldig gemacht. Er sei voll schuldfähig.

Der Palästinenser hatte bei Prozessauftakt gestanden, am 28. Juli 2017 in einer Edeka-Filiale im Stadtteil Barmbek einen 50-Jährigen erstochen und einen weiteren Kunden schwer verletzt zu haben. Abschließend rannte er auf die belebte Einkaufsmeile „Fuhle“ und verletzte fünf weitere Menschen. „Es konnte jeden treffen, der zur falschen Zeit am falschen Ort war“, sagte der zweite Vertreter der Bundesanwaltschaft, Ulrich Kleuser. Der Angeklagte habe „so viele junge Christen mit heller Hautfarbe wie möglich töten“ wollen. „Er gab Gott ein dahingehendes Versprechen.“

Im sogenannten letzten Wort zeigte der Angeklagte erstmals in dem Prozess Reue, zog einen zusammengefalteten Zettel hervor und verlas eine Erklärung: „Ich kann die Zeit leider nicht zurückdrehen. Alles, was ich tun kann, ist Sie um Entschuldigung zu bitten und zu hoffen, dass Sie mir verzeihen“, sagte Ahmad A. nach Angaben seines Dolmetschers zu den Opfern und ihren Familien.

„Ich habe von der letzten Zeit gelernt, dass der Mensch nicht das Recht hat, ein Leben zu beenden, ganz egal wie die Umstände sind.“ Bisher hatte er einen dichten Bart getragen, gestern erschien er glatt rasiert vor Gericht.

Ahmad A. war 2008 nach Europa gekommen. „Er erhoffte sich ein besseres Leben“, sagte Tüz. „Er war von der westlichen Lebensart fasziniert.“ Im April 2015 kam der junge Mann nach Hamburg, doch sein Asylantrag wurde abgelehnt, eine Ausreise verzögerte sich wegen fehlender Papiere. Der Angeklagte veränderte sich. „Erst in Deutschland nahm sein Glaube radikalere Züge an“, berichtete Tüz. Laut Bundesanwaltschaft sympathisierte Ahmad A. mit dem IS, war aber kein Mitglied in einer terroristischen Vereinigung. Die Verteidigung stellte keinen konkreten Strafantrag. Das Urteil wird am 1. März erwartet.

LN

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