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Norddeutschland Bekommt Kiel bald ein Männerhaus?
Nachrichten Norddeutschland Bekommt Kiel bald ein Männerhaus?
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00:00 25.10.2012
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Schleswig-Holstein

Braucht Schleswig-Holstein einen Ort, an dem Männer Zuflucht finden, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind? Eine Kieler Initiative ist dieser Meinung und plant den Aufbau eines Männerhauses. „Gewalt gegen Männer, sowohl körperlich als auch psychisch, nimmt zu“, sagt Wolfgang Laub, Sprecher der Initiative. „Um dem Bedarf zu begegnen, brauchen wir eine solche Anlaufstelle in Kiel.“

Darüber hinaus spricht er von einer möglichen weiteren Einrichtung in Hamburg. Ähnlich wie Frauen in Frauenhäusern könnten von Gewalt betroffene Männer dort Schutz suchen. Um den Plan zu verwirklichen, suchen Laub und seine Mitstreiter nun Unterstützer. Dafür orientiert sich Laub vor allem an dem – neben Berlin – einzigen bestehenden deutschen Männerhaus in Oldenburg. Dort wird die Einrichtung von einem gemeinnützigen Verein getragen. Laub will in Kiel eine Mitfinanzierung durch Stadt oder Land erreichen.

„Die ganz offensichtlich von Herrn Laub veranlasste Initiative hat sich bislang nicht bei den zuständigen Stellen der Stadt gemeldet“, sagt der Kieler Stadtsprecher Tim Holborn. Das Problem von Gewalt gegen Männer sei bekannt, „die Notwendigkeit eines Männerhauses sehen die Fachleute aber nicht“, so Holborn weiter.

Die sozialpolitische Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion Anita Klahn sieht es ähnlich: „Wir begrüßen jede ehrenamtliche Initiative, die Menschen in besonderen Lebenssituationen und Notlagen unterstützt. Wir gehen allerdings davon aus, dass die Nachfrage seitens der männlichen Bevölkerung erheblich geringer sein wird, als die betroffener Frauen nach Frauenhäusern.“

Auch ihre Amtskollegin der CDU ist dieser Meinung. „Ich denke nicht, dass ein flächendeckendes Netz von Männerhäusern nötig ist“, sagt Katja Rathje-Hoffmann. Solche Einrichtungen seien an Brennpunkten durchaus sinnvoll. „Ob Kiel ein solcher Ort ist, müsste erst geprüft werden.“

Bei den Grünen denkt man, „dass genauere Planungen eine noch breitere Diskussion darüber erfordern, wo in Schleswig-Holstein der Bedarf nach solchen Angeboten am größten ist“, meint die sozial-politische Sprecherin Marret Bohn. jki/wh

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