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Belt-Schiene: Die Bahn macht Dampf bei ihren Planungen

Hamburg/Puttgarden Belt-Schiene: Die Bahn macht Dampf bei ihren Planungen

Bald Gespräche mit Grundstückseigentümern — 160 Kilometer neue Gleise, 67 Weichen.

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Auf der Strecke Lübeck—Puttgarden gilt heute eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h. Die neue Belt-Schiene erlaubt Tempo 160.

Quelle: Holger Marohn

Hamburg/Puttgarden. Erst machten die Dänen Nägel mit Köpfen, jetzt nimmt die Deutsche Bahn (DB) Fahrt auf. Sie konkretisiert ihre Planung für eine Neutrassierung des Beltgleises in Ostholstein. Grundstückseigentümer, die von der Planung betroffen sind, bekommen demnächst Besuch. „Wir kommen dem großen Wunsch der Region nach, die Bauabläufe gemeinschaftlich zu betrachten“, sagt DB-Projektleiter Bernd Homfeldt. Ziel sei es, die Beeinträchtigungen während der Bauzeit so gering wie möglich zu halten. Das klingt nach dem Bemühen um Konsens. Nicht überall wird der Bahn das gelingen. Einige wenige Häuser müssen für die Trasse wohl weichen.

LN-Bild

Bald Gespräche mit Grundstückseigentümern — 160 Kilometer neue Gleise, 67 Weichen.

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„Mit dem Signal aus Dänemark können wir in weitere Abstimmungen und Detailplanungen mit allen Projektbeteiligten gehen“, erklärt Homfeldt. „Wir werden noch intensiver für Fragen und Bedenken in der Region ansprechbar sein“, verspricht er. Hintergrund: Der Bürgerprotest hält an. Gerade in Ostholstein fürchten viele Menschen Beeinträchtigungen ihres Lebens, wenn mit Fertigstellung des Tunnels am Belt fast 80 superlange Güterzüge am Tag durch den Kreis rollen. Jetzt gelte es, sich nicht mehr in Diskussionen um das Ob zu verlieren, sondern gemeinsam das Wie zu erarbeiten und Kompromisse zu finden“, wirbt Homfeldt um Beteiligung der Kritiker. Die ostholsteinische SPD-Bundestagsabgeordnete Bettina Hagedorn hatte nach dem Placet des dänischen Parlaments für den Tunnel in die gleiche Kerbe geschlagen. „Wir haben diese Entscheidung zu akzeptieren“, sagte die Tunnelgegnerin. „Eine Einmischung in dänische Angelegenheiten gehört sich nicht.“

Die Trasse zwischen Lübeck und Puttgarden wird nun in einzelne Planfeststellungabschnitte aufgeteilt. Aktuell erarbeiten die Bahnexperten die Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Dabei folgen die Planer der Empfehlung des Landes, das sich nach den Ergebnissen eines Raumordnungsverfahrens (ROV) überwiegend für eine Neubautrasse ausspricht. Dafür werden — bei Zweigleisigkeit — insgesamt 160 Kilometer Gleise neu verlegt, einschließlich 67 neuer Weichen. Für die Elektrifizierung der Strecke werden 172 Kilometer Oberleitungen errichtet. Bis zum Jahr 2024 will die Bahn mit der Trasse im Tunnel-Hinterland fertig sein — mit Ausnahme der Gleise auf der neuen Fehmarnsundquerung.

Zunächst aber holt die Bahn die große Lupe heraus: Die Umweltkartierungen werden detaillierter, die Bodenuntersuchungen werden intensiviert. Die Archäologen dürfen einen Blick in den Untergrund werfen. Mit Land und Kommunen werden Kreuzungen der Strecke abgesprochen — ein Thema, das Brisanz birgt. Kreis und Kommunen wehren sich dagegen, an Kosten für neue Über- oder Unterführungen zu einem Drittel beteiligt zu werden. Die Bahn verweist darauf, dass ihr das gesetzlich an jenem Teil der Strecke erlaubt ist, an dem die Bestandstrasse nur um ein zweites Gleis erweitert wird. Das geschieht ungeachtet eines frischen Bundestagsbeschlusses, wonach Neu- und Ausbau gleichzustellen sind. Die Bahn will Tempo: Ziel sei es, Ende des Jahres mit dem ersten Planfeststellungsabschnitt in das offizielle Genehmigungs- und Beteiligungsverfahren zu gehen, teilte DB-Sprecherin Maja Weihgold mit. Auch wenn die Dänen in Verzögerung seien — „an unserer Zeitplanung ändert sich nichts“.

Tunnel erzwingt Ausbau

Die alte Eisenbahnlinie durch die Badeorte der Lübecker Bucht ist den Anforderungen des Beltverkehrs nach Eröffnung des Tunnels — voraussichtlich 2028 — nicht gewachsen. Deshalb baut die Bahn die Strecke aus, in weiten Teilen als Neubau entlang der Autobahn 1. Die Trasse wird elektrifiziert und soll nach Bahnangaben bis zum Jahr 2024 fertiggestellt sein. Die Fehmarnsundbrücke gilt als Nadelöhr. Deshalb plant der Bund eine neue Querung, ob Tunnel oder Brücke steht nicht fest. Die neue Querung soll 2028 eröffnet werden.

Von Curd Tönnemann

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