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Norddeutschland Beltquerung: Nabu berät Scandlines für Geld
Nachrichten Norddeutschland Beltquerung: Nabu berät Scandlines für Geld
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21:16 12.01.2016

Gelingt es dem Naturschutzbund Deutschland (Nabu) in diesem Jahr, mit Hilfe deutscher Gerichte und Gesetze das Projekt Fehmarnbelttunnel zu Fall zu bringen oder zumindest weiter auszubremsen? Diese Frage stellt die dänische Zeitung „Berlingske“. „2016 kann das Jahr werden, in dem sich die Vision einer Abkürzung zwischen Skandinavien und Deutschland in Luft auflöst“, schreibt die namhafte konservative Zeitung und weist auf finanzielle Verbindungen zwischen den Tunnel-Gegnern Nabu und der Reederei Scandlines hin.

Der Verfasser des Beitrags, der Journalist Christian Brøndum, wirft dem Nabu vor, nicht an einer Suche nach Lösungen zusammen mit dem staatlichen Bauherren Femern A/S interessiert zu sein. Der Nabu habe zwei Einladungen abgelehnt, weil es nicht Aufgabe des Bauherren sei, über die Auswirkungen des Projekts für die Umwelt zu verhandeln. Dafür seien die deutschen Planungsbehörden zuständig.

Er betont auch, dass der Dänische Naturschutzverein (DN) im Zuge der dänischen Umweltverträglichkeitsprüfung keine größeren Einwände erhoben, „kein Haar in der Suppe gefunden“ habe, zitiert Brøndum einen DN-Direktor. Der Nabu dagegen mache sich auf die Suche nach Haaren in der Suppe und versuche, Verfahrensfehler und unbeantwortete Fragen zu finden.

Sehr ausführlich beschäftigt sich Brøndum mit finanziellen Verflechtungen zwischen der Reederei Scandlines, die ein lukratives Monopol verteidige, und dem Nabu, der Scandlines gegen Honorar berate. Wie viel Geld die Reederei dem Naturschutzbund zahlt, habe der Nabu-Naturschutzexperte und Mit-Geschäftsleiter Eick von Ruschkowski auf einer Pressekonferenz nicht beantwortet — unter Hinweis auf vorhandene Konkurrenz. Von Ruschkowski habe aber eingeräumt, dass der Nabu und Scandlines Standpunkte zur festen Fehmarnbeltquerung austauschen, da beide ja das gleiche Ziel haben. Brøndum stellt die Verbindung zwischen der Reederei und dem Nabu infrage. Er zitiert dazu einen Experten eines großen nordischen Lobby-Unternehmens mit Erfahrung im Umgang mit Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). Dieser fand es „nicht normal, wenn eine NGO eine sehr enge Partnerschaft mit einem Wirtschaftsunternehmen eingeht“. Falls doch, müsse die Organisation offenlegen, wie sie von dem Unternehmen unterstützt wird, um glaubwürdig zu bleiben. Ähnlich auch die Forderung des Direktors der Transportbranche im Verband der dänischen Industrie, Michael Svane: Man müsse mit offenem Visier kämpfen. Es wäre gut für Scandlines und den Nabu zu erzählen, „mit wem man finanziell im Bett liegt“. R. Wenzel

LN

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