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Norddeutschland Ben und Emma sind die beliebtesten Vornamen
Nachrichten Norddeutschland Ben und Emma sind die beliebtesten Vornamen
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20:39 29.12.2017
Der Namensforscher Knud Bielefeld hat mit Pappbuchstaben die beliebtesten Vornamen geschrieben. Quelle: Foto: Markus Scholz/dpa
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Ahrensburg/Hamburg

. Ben ist nicht zu schlagen, Emma wieder top. Sie sind die beliebtesten Vornamen in Deutschland. Das ergab eine Auswertung von 27 Prozent der Geburtsmeldungen im Jahr 2017 durch den Hobby-Namensforscher Knud Bielefeld aus Ahrensburg. „Schon im siebten Jahr in Folge ist Ben der Spitzenreiter, Emma ist die neue Nummer eins“, sagte Bielefeld. Emma hatte die Liste schon 2014 angeführt. Mia war 2016 der beliebteste Mädchenname gewesen.

Die Gruppe der Top 10 ist unverändert, es habe sich nur eine neue Rangfolge ergeben. Bei den Jungen folgen auf Ben nun Jonas, Leon, Paul, Finn/Fynn, Noah, Elias, Luis/Louis, Felix und Lucas/Lukas, bei den Mädchen kommen nach Emma Hannah/Hanna, Mia, Sophia/Sofia, Emilia, Lina, Anna, Marie, Mila und Lea/Leah.

Bei den Zweitnamen lauten die Top 10 für Mädchen: Sophie/Sofie, Marie, Maria, Sophia/Sofia, Luise/Louise, Charlotte, Emilia, Luisa/Louisa, Katharina und Elisabeth. 2017 geborene Jungen heißen mit Zweitnamen am häufigsten Alexander, Elias, Maximilian, Luca/Luka, Paul, Luis/Louis, Joel, Noel, Michael und Carl/Karl.

Als klare Aufsteiger sieht Bielefeld die Vornamen Leni, Ella, Juna und Clara sowie Theo, Matteo, Henry, Milan und Anton. Der Namensforscher gibt aufgrund seiner langjährigen Erhebungen auch eine Prognose für das Jahr 2027: In zehn Jahren werden die Spitzenreiter demnach Oskar und Theo sowie Leni und Emilia lauten.

Vor wenigen Tagen hatte bereits die Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden ein vorläufiges Ranking veröffentlicht, das auf einer Stichprobe bei zehn Standesämtern basiert. Dabei ergab sich eine etwas andere Rangfolge, weil die Gesellschaft nicht zwischen Erst- und Folgenamen unterscheidet. Nach dieser Auswertung kamen Marie und Paul ganz nach vorn. Der Wiesbadener Verein stellt seine komplette Auswertung im Frühjahr 2018 vor.

In Deutschland werden zunehmend Kinder mit Migrationshintergrund geboren. Die Rangliste der Vornamen hat das bislang aber kaum beeinflusst. Grund sei zum einen die Vielfalt der Herkunftsländer, zum anderen der Trend zur Individualität. Auch türkische oder arabische Eltern wollten ihre Kinder nicht unbedingt Mehmet/Mohammed und Ali oder Fatma und Aise nennen. Im Trend liegen nach Bielefelds Beobachtung Can, Ömer und Yusuf sowie bei Mädchen Elif und Melek.

Dass Standesämter Einwanderer zwingen, ihren Kindern deutsche Vornamen zu geben, sei lange vorbei, sagt Bielefeld. Auch bei einem exotischen indischen Namen gelte, wenn er in Indien anerkannt sei, könne er auch in Deutschland vergeben werden. Richtschnur sei immer das Kindeswohl, das durch den Namen nicht gefährdet werden dürfe.

Bundeskanzler oder Politiker haben so gut wie keinen Einfluss auf die Vergabe der Vornamen. Zwar wurde der Fall von Flüchtlingseltern bekannt, die ihr Kind aus Dankbarkeit Angela Merkel nannten. Aber weder Angela noch Merkel – letzterer laut Bielefeld eigentlich ein Vorname – hätten eine Chance. „Angela ist so ein Name wie Helmut, der total aus der Mode ist“, sagte der Namensforscher.

Völlig ungewöhnlich ist auch der einst häufige Name Horst. Er wurde im Jahr 2017 nach Bielefelds Unterlagen nur 19 Mal vergeben – und das auch nur als Zweitname. Es brauche etwa 100 Jahre, bis ein Vorname wieder populär werden könne, erklärt der Forscher und verweist auf Paul, Emil, Anton und Emma. Auch Heinrich sei derzeit wieder im Kommen. In Schleswig-Holstein sind laut Bielefeld Emma und Finn (Fynn) die beliebtesten Vornamen.

Bernhard Sprengel

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