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Betreuung in Kitas: Der Norden hat sich verbessert

Kiel Betreuung in Kitas: Der Norden hat sich verbessert

Bertelsmann-Studie sieht Schleswig-Holstein bei Personalschlüssel in der Spitzengruppe.

Kiel. Schleswig-Holstein ist bei der Verbesserung der Qualität seiner Kitas und Krippen offenbar ein ganzes Stück weit voran gekommen. Das legt die jüngste Länderstudie der Bertelsmann Stiftung zur frühkindlichen Bildung nahe.

Demnach liegt der Norden beim Betreuungsschlüssel, also dem Zahlenverhältnis von Erzieherinnen und Erziehern zu betreuten Kindern, im Bundesvergleich weit vorne und dicht am von der Stiftung postulierten Idealwert. Eine Erzieherin betreut in Schleswig-Holstein demnach im Schnitt 3,7 Krippenkinder unter drei Jahren ganztags. Bei den Kindergartenkindern ab drei Jahren sind es 8,6 Kinder pro vollzeitbeschäftigte Fachkraft. Bundesweit kommen laut der Studie auf eine vollzeitbeschäftigte Fachkraft durchschnittlich 4,3 ganztags betreute Krippenkinder oder 9,3 Kindergartenkinder, heißt es im aktuellen „Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme“.

Laut Empfehlung der Bertelsmann Stiftung sollte eine Erzieherin für höchstens drei Kleinkinder oder 7,5 Kinder über drei Jahren zuständig sein. Um die Lücke zu schließen, seien bundesweit zusätzlich 107000 vollzeitbeschäftigte Fachkräfte erforderlich, heißt es. Extra-Kosten: 4,8 Milliarden Euro.

Kiels SPD-Sozialministerin Kristin Alheit beurteilt die Entwicklung als positiv, 2013 habe in Schleswig-Holstein eine Fachkraft im Schnitt noch vier Krippen- oder 9,1 Kindergartenkinder betreuen müssen, rechnet die Ministerin vor. Das sei auch ein Erfolg des 51-Millionen-Euro-Programms der Kieler Landesregierung für mehr Fachkräfte. Die CDU-Sozialpolitikerin Katja Rathje Hoffmann gießt Wasser in den Wein. Das „notwendige Erzieher-Kind-Verhältnis“ sei noch nicht erreicht, allein im Norden würden dafür 1700 Erzieherinnen und Erzieher fehlen, sagt die Politikerin. Die müssten möglichst bald ausgebildet und eingestellt werden. „Stattdessen verteilen SPD, Grüne und SSW mit dem Kita-Gutschein lieber teure Wahlgeschenke unabhängig vom Einkommen der Eltern.“

Dieses „Krippengeld“ – 100 Euro im Monat für alle Eltern mit Krippenkind – findet auch bei der Gewerkschaft GEW keinen Anklang. „Die Landesregierung sollte dieses Geld lieber für einen besseren Fachkraft-Kind-Schlüssel ausgeben“, sagt die Landesvorsitzende Astrid Henke. Davon würden Kinder und Erzieherinnen gleichermaßen profitieren. Denn auch wenn die Personalsituation besser werde, sei sie noch keineswegs gut. „Von einem pädagogisch vertretbaren Betreuungsverhältnis sind wir sowohl in den Krippengruppen als auch im Kindergartenbereich immer noch weit entfernt.“ Damit aber blieben letztlich die Chancen von Kindern auf der Strecke, weil sie nicht ausreichend gefördert werden könnten.

Laut Bertelsmann-Studie haben die Kitas in Baden-Württemberg mit drei Krippenkindern und 7,7 Kindergartenkindern pro Erzieherin den deutschlandweit besten Personalschlüssel. Danach folgt Bremen mit 3,3 und 7,7 Kindern. In den Kindertagesstätten in den ostdeutschen Bundesländern ist die Betreuungsrelation deutlich schlechter als in Westdeutschland. Im Krippenbereich bildet Sachsen mit 6,4 Kindern das Schlusslicht. Im Kitabereich liegt Mecklenburg-Vorpommern mit 14,1 Kindern pro Erzieherin ganz hinten.

Baden-Württemberg ist bundesweit Spitze

Krippen (Kinder pro Erzieherin):

In Baden-Württemberg kommen mit drei Kindern die wenigsten auf eine Erzieherin, bei Schlusslicht Sachsen sind es mehr als doppelt so viele. Die Bundesländer im Überblick:

Baden-Württemberg 3,0; Bremen 3,3; Nordrhein- Westfalen 3,6; Rheinland-Pfalz 3,6; Saarland 3,6; Schleswig-Holstein 3,7; Hessen 3,8; Bayern 3,8; Niedersachsen 4,0; Hamburg 5,1; Thüringen 5,3; Berlin 5,8; Mecklenburg-Vorpommern 6,0; Brandenburg 6,3; Sachsen-Anhalt 6,3; Sachsen 6,4 Kitas (Kinder pro Erzieherin): Auch bei den Kindertagesstätten landet Baden-Württemberg wieder auf dem Spitzenplatz, das Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern. Die Bundesländer im Überblick: Baden-Württemberg 7,3; Bremen 7,7; Niedersachsen 8,4; Schleswig-Holstein 8,6; Hamburg 8,7; Rheinland-Pfalz 8,8; Berlin 8,8; Bayern 8,8; Nordrhein-Westfalen 9,1; Saarland 9,6; Hessen 9,8; Thüringen 11,4; Brandenburg 11,6; Sachsen-Anhalt 11,9; Sachsen 13,5; Mecklenburg-Vorpommern 14,1

 Wolfram Hammer

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