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Norddeutschland Bluttat bei WM-Kino-Party: Haftstrafe für Messerstecher
Nachrichten Norddeutschland Bluttat bei WM-Kino-Party: Haftstrafe für Messerstecher
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23:23 31.07.2015
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Bremen

Als ganz Deutschland am 13. Juli 2014 den WM-Sieg feierte, starb bei einer Live-Übertragung des Endspiels in einem Bremer Kino ein 19-Jähriger an zwei Messerstichen. Der Täter wurde nun am Bremer Landgericht zu sieben Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt. Richterin Barbara Lätzel konnte keine Notwehrsituation erkennen, die Verteidigung kündigte Revision an.

Was an dem Abend im Saal des Kinos geschah, wird wohl nie mit Sicherheit geklärt werden. Fest steht, dass ein 19-Jähriger aus Osterholz-Scharmbeck aus „nichtigem Anlass“ starb und der Tod großes Leid über die Familie brachte, wie die Richterin gestern in der einstündigen Urteilsbegründung sagte. „Es ist nichts mehr, wie es war“, zitierte sie den Bruder des Opfers.

Im Prozess wurden 49 Zeugen und drei Sachverständige gehört. Der Angeklagte war geständig und zeigte auch Reue, was zu seinen Gunsten ausgelegt wurde. Doch während der Verhandlung entstand auch das Bild eines Mannes mit einer Affinität zu Waffen, der Spannungssituationen mit „zur Schau stellendem Imponiergehabe und Gewaltbereitschaft“ begegnete. Der 23-Jährige war mit seiner Freundin im Kino, wollte sich das Endspiel Deutschland — Argentinien anschauen. Als es wegen Regens zu Übertragungsausfällen kam, kippte die ausgelassene Stimmung. Der Angeklagte geriet in Streit mit einer Gruppe junger Männer und beschimpfte einen von ihnen. Daraufhin wurde er von einigen aus der Gruppe zur Rede gestellt, sah sich umringt von einem Pulk von Angreifern, die mit Fäusten auf ihn einschlugen. Doch ging er auch auf die Angreifer los. Im Streit zog er ein Springmesser aus der Hosentasche, stach zweimal auf den 19-Jährigen ein, der später seinen Verletzung erlag.

Aus Sicht des Verteidigers Carsten Scheuchzer, der Freispruch gefordert hatte, war es Notwehr. Das sah das Gericht anders. Der Angriff sei nicht geboten gewesen, der Angeklagte hätte flüchten können, tat dies aber nicht. Der 23-Jährige nahm das Urteil gefasst auf. Viele Angehörige waren in den Schwurgerichtssaal gekommen, wo die Sitzung wegen starker Sicherheitskontrollen mit einstündiger Verspätung begann.

LN

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