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Norddeutschland Rechtsextremistischer Hintergrund bei Bombendrohungen vermutet
Nachrichten Norddeutschland Rechtsextremistischer Hintergrund bei Bombendrohungen vermutet
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18:18 14.03.2019
Polizeibeamte stehen am Montag, vor dem Lübecker Hauptbahnhof. Der Bahnhof wurde nach einer Bombendrohung evakuiert und der Zugverkehr eingestellt. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Lübeck/Kiel

Schleswigs-Holsteins Sicherheitsbehörden arbeiten im Fall der Drohschreiben mit mutmaßlich rechtsextremistischem Hintergrund mit dem Berliner Landeskriminalamt (LKA) zusammen. Das bestätigten die Staatsanwaltschaft Lübeck und der Innenminister in Kiel.

„Bis heute hat der Verfassungsschutz Schleswig-Holstein zu einer so genannten Nationalsozialistischen Offensive keine Erkenntnisse“, sagte Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) am Donnerstag. „Dieser Begriff kann auch führenden Aktivisten und Gruppierungen der rechtsextremistischen Szene in Schleswig-Holstein nach wie vor nicht eindeutig zugeordnet werden.“

Eine Bombendrohung für den Lübecker Hauptbahnhof hatte am Montag den Bahnverkehr im südöstlichen Schleswig-Holstein mehrere Stunden lang erheblich beeinträchtigt. Ein verdächtiger Gegenstand wurde aber nicht gefunden. In den vergangenen Wochen hatte es im Norden mehrfach Bombendrohungen gegen öffentliche Gebäude gegeben. Betroffen waren unter anderem Gerichte, Einkaufszentren und eine Arztpraxis.

Berliner LKA ermittelt in 78 Fällen

Das Berliner LKA habe die Zuständigkeit übernommen, der Verfassungsschutz Schleswig-Holstein lege auf diese Vorgänge aber weiter besonderes Augenmerk, sagte Grote. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt in 78 Fällen wegen Drohschreiben mit mutmaßlich rechtsextremistischem Hintergrund. Von der bundesweiten Serie seien Gerichte, Behörden, Anwaltskanzleien und Verlage betroffen, teilte die Behörde mit.

Zuvor hatten Süddeutsche Zeitung und NDR über die Gewaltdrohungen berichtet, die mit „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ unterzeichnet worden seien.

Bekennerschreiben in Lübeck

Auch in Lübeck hatte es ein solches Bekennerschreiben gegeben, nachdem am Montag der Bahnhof wegen einer Bombendrohung evakuiert werden musste. „Mit Blick auf die Bombendrohung betreffend den Lübecker Hauptbahnhof wird die Staatsanwaltschaft Lübeck die Staatsanwaltschaft Berlin um Übernahme des Verfahrens ersuchen, sobald die Akten hier vorliegen. Bei der Staatsanwaltschaft Berlin wird ein Sammelverfahren wegen Drohungen, zu denen sich die Nationalsozialistische Offensive bekannt hat, geführt“, sagte Ulla Hingst, Sprecherin der Lübecker Staatsanwaltschaft den Lübecker Nachrichten. Weitere Angaben kann sie zu den laufenden Ermittlungen daher nicht machen.

Weitere Bombendrohung in Lübeck im Februar

Aufsehen erregt hatten auch die Bombendrohungen gegen eine Physiotherapiepraxis in der Moislinger Allee im Februar und die Drohung gegen das Amts-. und Landgericht im vergangenen Jahr. „Bekennerschreiben hat es nach den mir vorliegenden Informationen bei den Drohungen gegen das Amts- und Landgericht Lübeck und die Physiotherapiepraxis nicht gegeben“, sagt Hingst. Im Falle der Bombendrohung gegen das Landgericht hat die Staatsanwaltschaft Itzehoe mittlerweile die Ermittlungen übernommen.

Lesen Sie auch: Serie von rechtsextremen Drohmails – auch an Helene Fischer

LN/dpa

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