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Norddeutschland Briefporto erhöht: Post kennt kein Pardon
Nachrichten Norddeutschland Briefporto erhöht: Post kennt kein Pardon
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12:02 08.01.2013
58 Cent! Aber ich finde, die Post sollte Kulanz walten lassen.“Marcel Erdmann (26), Lübeck
Lübeck

Einen Brief zu bekommen, ist zumeist etwas Schönes. In diesen Tagen werden sich viele jedoch darüber gewundert haben, dass sie ein an sie adressiertes Schreiben erst gegen Gebühr bei der Post auslösen mussten. Denn bei ihrer Gebührenerhöhung für den Standardbrief von 55 auf 58 Cent, die seit dem 1. Januar gilt, kennt die Post kein Pardon.

„Eine Kulanzregelung ist nicht vorgesehen“, sagt Post-Sprecher Jens-Uwe Hogardt in Hamburg. Man habe die Öffentlichkeit bereits im Oktober über die Erhöhung umfassend informiert. Für eine Übergangsregelung bestehe daher kein Anlass. Zwar sei es möglich, dass auch jetzt noch nicht ausreichend frankierte Briefe durchrutschten. Im Normalfall gelte aber, dass mit nur 55 Cent frankierte Briefe an den Absender zurückgeschickt oder — falls kein Absender vermerkt ist — zugestellt werden. Laut Hogardt muss der Empfänger jedoch die fehlenden drei Cent sowie eine Bearbeitungsgebühr von 51 Cent nachzahlen. Im Falle eines Liebesbriefes eine unromantische Angelegenheit. „Bei Fahrkarten gelten erhöhte Preise auch sofort und nicht erst nach einer Übergangsfrist“, gibt Post- Sprecher Hogardt zu bedenken.

Manche Kunden fühlen sich dennoch schlecht beraten. „Ich bin selbstständig und habe noch Ende Dezember 100 Marken zu 55 Cent bei der Post gekauft“, sagt Karin Jannsen aus Scharbeutz. Sie sei in keiner Weise auf die Erhöhung hingewiesen worden. „Jetzt muss ich 100 Marken zu drei Cent nachkaufen.“ Ähnliches schildert LN-Leser Hans-Christian Otto aus Lübeck, der am 27. Dezember zehn Marken für einen Standardbrief in seiner Postfiliale verlangte. „Ich bekam zehn Marken à 55 Cent, ohne auf die Preiserhöhung aufmerksam gemacht worden zu sein“, erzählt Otto. Das sei kein kundenorientiertes Verhalten, kritisiert der Lübecker.

Jens-Uwe Hogardt zufolge könne es sich dabei aber nur um Einzelfälle handeln. Die Mitarbeiter in den Filialen würden die Kunden sehr wohl über die Erhöhung informieren. Schleswig-Holsteins Verbraucherschutzminister Reinhard Meyer (SPD) sieht auch keinen Grund zur Kritik: „Auch wenn es für den einzelnen Besitzer alter 55-Cent-Marken ärgerlich sein mag: Ich halte das ,Nachkleben‘ für durchaus zumutbar.“

Anders als die Post hält Nordbrief, der Post-Dienstleister der Lübecker Nachrichten, sein Porto stabil: Die Marke für einen Standardbrief kostet weiter 50 Cent.

Oliver Vogt

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