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Norddeutschland Brokdorf bleibt außer Betrieb
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21:10 14.03.2017
Brokdorf/Kiel

Nach dem Fund auffällig dicker Oxidschichten auf Brennstäben des Atomkraftwerks Brokdorf bleibt der Meiler vorerst weiter vom Netz. Die Atomaufsicht untersagte Betreiber PreussenElektra gestern vorerst, den Kern des Kraftwerks im Kreis Steinburg neu zu beladen. „Wir lassen uns nicht treiben“, sagte Schleswig-Holsteins Energieminister Robert Habeck (Grüne). Das AKW dürfe erst wieder ans Netz, wenn ausgeschlossen sei, dass sich das Problem an anderen Brennstäben wiederhole.

Der Betreiber will den Reaktor dagegen möglichst schnell wieder in den Leistungsbetrieb nehmen. Der Meiler sei „in vollständig bestimmungsgemäßem Zustand“ und nach Abschluss ausstehender Arbeiten bereit zum Wiederanfahren, sagte Geschäftsführer Erwin Fischer.

Experten suchen weiter nach dem Grund, warum an einzelnen Brennstäben eine über das übliche Maß hinausgehende Oxidschicht festgestellt wurde. „Mittlerweile hat sich gezeigt, dass nur eine einzige Charge von Brennelementen im Kernkraftwerk Brokdorf betroffen ist“, teilte der Betreiber mit. Für den anstehenden Betrieb würde keines der betroffenen Brennelemente eingesetzt.

Dem widersprach das Ministerium. Es geht davon aus, dass die betroffenen Brennstäbe aus mindestens zwei Chargen stammen und nicht aus einer. Das Ressort kritisierte zudem, es habe in Brokdorf bislang nur Stichproben gegeben.

Im Februar war bekannt geworden, dass sich in Brokdorf an Brennstäben außergewöhnlich dicke Oxidschichten gebildet hatten. Der Reaktor war zuvor planmäßig für den Wechsel von Brennelementen und für die Jahresrevision vom Netz genommen worden.

Am Montagabend erfuhr das Ministerium von den Plänen des Betreibers für eine neue Beladung des Kerns bereits ab heute. „Es handelt sich um einen neuen Reaktorkern. Nach der Betriebsgenehmigung ist eine neue Kernbeladung der Aufsichtsbehörde drei Monate vorher anzuzeigen“, sagte Habeck. Die beabsichtigte Beladung sei unzulässig. Die mehrmonatige Dauer solle eine sorgfältige und ungestörte Prüfung ermöglichen.

„Für die Zukunft muss ausgeschlossen sein, dass sich erneut Oxidschichten bilden, die den Grenzwert überschreiten“, sagte der Leiter der Atomaufsicht, Jan Backmann. Die Ursache für die Oxidation müsse zunächst gefunden werden.

LN

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