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Norddeutschland Bürgermeister von Ueckermünde ist nach Zwangseinweisung wieder frei
Nachrichten Norddeutschland Bürgermeister von Ueckermünde ist nach Zwangseinweisung wieder frei
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12:06 27.08.2018
Der suspendierte Bürgermeister von Ueckermünde: Gerd Walther.  Quelle: Kettler
Ueckermünde

Der seit Monaten suspendierte Bürgermeister von Ueckermünde (Kreis Vorpommern-Greifswald) Gerd Walther hat schwere Vorwürfe gegen die Polizei und andere Behörden erhoben. „Meine Zwangseinweisung in eine Klinik am Donnerstag war eine geplante politische Festsetzung“, sagte der Politiker am Montag in Vogelsang-Warsin. Er sei am Sonntag wieder entlassen worden. Mit der Klinik-Zwangseinweisung habe man verhindern wollen, dass er rechtlich gegen einen Stadtvertreterbeschluss vorgeht.

Bürgermeister soll unbekleidet im Ort randaliert haben

Die Vorwürfe wies ein Polizeisprecher als „völlig haltlos“ zurück. Die Polizei habe die Anordnung einer Ärztin umgesetzt und lasse sich nicht instrumentalisieren. In der Nacht zu Donnerstag hatten Dorfbewohner die Polizei gerufen, weil Walther angeblich unbekleidet durch den Ort gelaufen sei und Gegenstände beschädigt haben soll - der Politiker bestreitet dies. Gegen seinen Willen wurde er von Ärztin und Polizei in die Psychiatrie gebracht.

Walther sprach im März über Homosexualität und und Drogen

Die Stadtvertretung hatte den 48-Jährigen Ende Juli als „nicht dienstfähig“ eingeschätzt. Allerdings bescheinige ihm ein amtsärztlicher Bescheid Dienstfähigkeit, erklärte Walther. Seine Frist zur Stellungnahme gegen den Beschluss wäre am 28. August abgelaufen. Walther hatte sich in einem Zeitungsinterview im März erstmals öffentlich als homosexuell bezeichnet, Drogenprobleme zugegeben und persönliche Probleme als Grund genannt. Seither läuft ein Streit, in dem auch der Staatsanwalt ermittelt. Bei den Linken trat Walther aus.

Vorfristiger Ruhestand? Entscheidung fällt im September

Ende September sollen die Stadtvertreter über seinen vorfristigen Ruhestand entscheiden. Walther sieht sich als Opfer einer bundesweiten Aktion rechtsnationaler Kräfte, die gegen die Schwulenszene vorgehen und auch in der Region aktiv seien.

OZ