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Norddeutschland Bundespolizei rettet Flüchtlinge vor Samos
Nachrichten Norddeutschland Bundespolizei rettet Flüchtlinge vor Samos
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21:16 28.06.2016

Die Bundespolizei hat mit ihren beiden Streifenbooten im Mittelmeer seit März bereits mehr als 1000 Menschen vor der griechischen Insel Samos aus Seenot gerettet. Auch Tote seien geborgen worden. Die Lage habe sich wegen der erhöhten Aufmerksamkeit der türkischen Küstenwache inzwischen etwas entspannt, sagte gestern der neue Präsident der zuständigen Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt (Kreis Segeberg), Bodo Kaping (58).

Der eigentliche Auftrag des Frontex-Einsatzes, der noch mindestens bis Ende des Jahres dauern soll, sei der Schutz der EU-Außengrenze. „Wir sind zunehmend erfolgreich bei der Bekämpfung der Schleuserkriminalität“, erklärte Kaping. Die Zahl der unerlaubten Einreisen und Schleusungen sei insgesamt rückläufig. Er rechne dennoch damit, dass die internationalen Aufgaben der Bundespolizei in den nächsten Jahren noch zunehmen werden, so Kaping.

Dabei sei die personelle Belastung hoch. Von den knapp 2000 Polizisten der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt seien derzeit rund 150 Beamte in Samos sowie bei Kontrollen an der bayerischen Grenze oder an Flughäfen im Einsatz, die bei den übrigen täglichen Aufgaben fehlen würden. Dazu gehöre die Sicherung von Bahnhöfen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Präsenz an den Grenzen zu Dänemark, zu Polen und auf See. Das führe zu einer erheblichen Überstundenzahl. Erst 2019 sei mit einer Entlastung durch neues Personal zu rechnen, so Kaping. Bundesweit würden 3000 neue Bundespolizisten ausgebildet. Wie viele davon letztlich in den Norden kommen, ist noch unklar.

Kaping kündigte die Neuaufstellung einer Mobilen Kontroll- und Überwachungseinheit (MKÜ) in Bad Bramstedt an. Von Juli an sollen dort 30 Beamte – also ein Zug – stationiert sein, die laut Kaping „dort eingesetzt werden, wo es brennt“. Derzeit gebe es je einen MKÜ- Zug in Stralsund und in Rostock. Ob diese dort bleiben oder auch nach Bad Bramstedt verlegt werden, sei noch nicht abschließend geklärt. Ziel sei aber, in Bad Bramstedt letztlich drei MKÜ-Züge zu haben. „Derzeit fahren die MKÜ- Beamten aus Mecklenburg-Vorpommern ständig zu Großveranstaltungen in Schleswig-Holstein oder an die dänische Grenze“, begründete Kaping.

Die Ausstattung mit Fahrzeugen und anderem Material sei im Übrigen gut. Investiert werden soll in neue Schutzbekleidung, aber auch in drei neue Einsatzschiffe, die voraussichtlich Ende 2018 in Dienst gestellt werden. Diese sind laut Kaping „größer, breiter, leistungsfähiger“. Die Boote würden nicht nur an europäischen Küsten eingesetzt, sondern seien auch für den Auslandseinsatz tauglich.

Kaping, der aus Wismar stammt und in Rostock lebt, ist seit Mai Leiter der Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt. M. Stöcklin

LN

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