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Norddeutschland Bundesweit vorne: Schleswig-Holsteins Schüler holen auf
Nachrichten Norddeutschland Bundesweit vorne: Schleswig-Holsteins Schüler holen auf
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22:13 28.10.2016

Zum Schulbeginn nach den Herbstferien ist das doch mal eine richtig gute Nachricht: Schleswig-Holsteins Neuntklässler gehören in Deutsch und Englisch zu den bundesweit Besten. In beiden Fächern rangieren sie im Ländervergleich unter den ersten drei. Das ermittelte der IQB-Bildungstrend, den die Kultusministerkonferenz (KMK) gestern in Berlin präsentierte. Die Kieler Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sagte: „Das gibt einen Motivationsschub. Es zeigt, dass wir das Richtige machen.“ Das Ergebnis würdige das Engagement der Lehrkräfte und Schulleitungen im Norden. Die letzte Länder-Vergleichsstudie stammt von 2008/09. Seinerzeit waren die Ergebnisse ernüchternd.

Ein Baustein des Erfolgs ist für Ministerin Ernst, die Struktur mit Gymnasien und Gemeinschaftsschulen nicht mehr angetastet zu haben. So könne an den Schulen in Ruhe gearbeitet werden.

Außerdem sieht die Ministerin eine Bestätigung für ein Programm wie „Lesen macht stark – niemanden zurücklassen“. Darüber seien mit Lesemappen 77 000 Schüler gefördert worden. 600 sogenannte Lese-Coaches hätten junge Menschen gezielt unterstützt. Eine wichtige Rolle spiele auch der Fortbildungsfleiß der Lehrer. 87 Prozent der Befragten nahmen regelmäßig an Fortbildungen teil.

Im Fach Deutsch landeten Schleswig-Holsteins Neuntklässler auf Platz zwei, in Lesen, Zuhören und Orthografie auf Platz drei. Nur Bayern und Sachsen sind besser. In Englisch erreichen Schleswig-Holsteiner beim Hörverstehen einen Spitzenplatz, im Leseverstehen sind sie Zweiter. Die Studie vergleicht aktuelle Daten mit dem ersten Neuntklässler-Test von 2008/09. Damals lag der Norden im Fach Englisch im Mittelfeld, in Deutsch war er bei den Schlechtesten. Für GEW-Landeschefin Astrid Henke sind die größeren Differenzierungsmöglichkeiten an den Gemeinschaftsschulen mitverantwortlich für den Erfolg. Ein Haar in der Suppe findet die CDU-Landtagsfraktion. Es gebe im Land immer noch zu wenige Kinder, die die Mindeststandards erreichten, sagt Heike Franzen. Ein Blick in die Details zeige zudem, dass es bei der Rechtschreibung erhebliche Leistungsunterschiede gebe. Die Mädchen hängten die Jungen eindeutig ab. „Auf dem Erfolg dürfen wir uns jetzt aber nicht ausruhen“, mahnt Piraten-Abgeordneter Sven Krumbeck. Es gebe immer noch Lehrermangel und deshalb keine Chancengleichheit für alle Schüler.

Mahnende Worte kommen vom Philologenverband. Dessen Bundesvorsitzender Heinz-Peter Meidinger sagte, der Verfall einer korrekten Rechtschreibung sei besorgniserregend. Außer in Brandenburg habe sich kein Land bei den Rechtschreibleistungen signifikant verbessert. Dramatisch seien diesbezügliche Testergebnisse in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

An der Studie nahmen 37000 Schüler der neunten Jahrgangsstufe aus 1700 Schulen in allen 16 Bundesländern teil. Die Schulen wurden nach einem Zufallsverfahren ermittelt. Curd Tönnemann

LN

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