Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland CDU-Landeschef Liebing: „Ich werde kämpfen“
Nachrichten Norddeutschland CDU-Landeschef Liebing: „Ich werde kämpfen“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:01 18.04.2016
Ingbert Liebing (CDU) am 21.11.2015 auf dem Landesparteitag der CDU in Neumünster. Quelle: Markus Scholz/dpa
Anzeige
Kiel/Berlin

Da Tauber Liebing gut kenne, wisse er, mit wie viel Herzblut der sich der Aufgabe stellen werde. Er sei „sehr zufrieden“, dass Liebing als CDU Spitzenkandidat antrete.

Das ganze Interview mit Ingbert Liebing lesen Sie hier!

Das sehen in Schleswig-Holstein längst nicht alle führende Christdemokraten so. Hier wächst die Kritik an Liebings bislang schwachem Auftreten weiter. „Liebing muss aus dem Quark kommen“, fordert Steinburgs Kreischef, der Landwirtschaftspolitiker und Landtagsabgeordnete Heiner Rickers und empfiehlt dem Bundestagsabgeordneten, „in Berlin kürzer zu treten und in Schleswig-Holstein stärker Flagge zu zeigen“.

Liebing müsse zeigen, „dass die CDU die besseren Lösungen hat“, sagt Junge-Union- Chef und Parteivizechef Tobias Loose. Auch die Vorsitzende der Frauen-Union und Norderstedter Landtagsabgeordnete Katja Rathje-Hoffmann hatte Liebings schwache Präsenz, vor allem im Hamburger Rand, gerügt. Und selbst Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen soll, so berichten es Parteifreunde, dem Landeschef ins Gewissen geredet haben, sich von der Spitzenkandidatur zurückzuziehen und sie jungen Fraktionschef Daniel Günther zu überlassen.

Eine Forsa-Umfrage für die Kieler und Lübecker Nachrichten hatte die Union am Wochenende geschockt. Demnach würde sie die Landtagswahl in einem Jahr auch wegen ihres Spitzenkandidaten Ingbert Liebing verlieren. Die CDU käme nur noch auf 28 Prozent, ein Rekord-Tief, läge gleichauf mit der SPD. SPD-Ministerpräsident Torsten Albig könnte aber mit den Grünen (16 Prozent) und dem SSW (vier Prozent, aber von der Fünfprozenthürde befreit) weiterregieren. Seine Koalition würde mit zusammen 48 Prozent die Mehrheit der Sitze im Landtag erringen, weil die anderen Parteien, die laut Umfrage den Sprung ins Parlament schaffen würden, zusammen nur auf 46 Prozent kommen.

Liebing selber will die Spitzenkandidatur nicht aufgeben: „Die CDU hat nur eine Chance bei der Wahl, wenn sie geschlossen hinter dem Spitzenkandidaten steht. Dafür werde ich kämpfen.“ Er pocht weiter auf die vom Landesvorstand im September festgelegte Aufgabenteilung zwischen Günther und ihm, warnt seine Partei ausdrücklich davor, „sich in eine Führungsdiskussion drängen zu lassen“.

Die Forsa-Umfrage beschreibe doch „eine gute Ausgangslage“ für die Union. Und er selber durchpflüge das Land ja bereits, um für die Positionen der CDU zu werben. Die Schelte aus der eigenen Partei will er als „konstruktive Kritik“ aufnehmen, sagt Liebing im Interview.

Die anderen Parteien beobachten den Streit teils mit offener Freude. Beim SSW zum Beispiel setzt man darauf, dass die Union beim alten Kandidaten bleibt. Ein schwacher Spitzenkandidat Liebing sei für die Koalition schließlich „ein Wahlgeschenk“, sagt SSW-Sprecher Per Dittrich.

rz/wh

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige