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Norddeutschland CDU fordert Kehrtwende bei Inklusion
Nachrichten Norddeutschland CDU fordert Kehrtwende bei Inklusion
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22:08 18.02.2017
Daniel Günther, CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

„Für mich ist die Bildungsdebatte mit der wichtigen Rückkehr zu G9 noch nicht beendet“, sagt Daniel Günther. Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl im Mai macht ein weiteres schulpolitisches „Fass“ auf. Die CDU will die Inklusion an den allgemeinbildenden Schulen in Schleswig-Holstein bei Regierungsübernahme ein Stück weit zurückdrehen. Inklusion sei in der praktizierten Form nicht vernünftig, weil das sonderpädagogische Personal dafür fehle. Sie sei nicht finanzierbar, weil zwei oder drei Lehrkräfte in einer Inklusionsklasse zu teuer würden. Also: Kehrtwende auch in diesen Punkt.
„Lehrer und Schüler sind mit der Inklusion überfordert, weil die Politik die nötigen Ressourcen nicht zur Verfügung gestellt hat“, begründet Günther, warum seine Partei das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht-behinderten Schülern in der heutigen Form infrage stellt. „Wir haben einfach nicht genug Sonderpädagogen.“ Es sei zwar ein wichtiger gesellschaftlicher Anspruch, dass man Menschen so weit es gehe in das allgemeinbildende Schulsystem integriere, sagt Günther. An erster Stelle aber müsse die Frage stehen, was für die Kinder wirklich das Beste sei. Das gelte sowohl für Kinder mit als auch für Schüler ohne Förderbedarf. „Auch diese haben einen Anspruch auf die bestmögliche Förderung.“ Den Landesbehinderten-Beauftragten habe er dabei auf seiner Seite.
Es sei eine „Mogelpackung“, wenn die Landesregierung behaupte, die Inklusionsquote in Schleswig-Holstein sei hoch, gleichzeitig aber vor Inklusionsklassen nur eine Lehrkraft stehe. „Sie hat doch gar nicht die Chance, sich um den unterschiedlichen Förderbedarf zu kümmern.“ Als Konsequenz fordert die CDU in ihrem Wahlprogramm eine Stärkung der Förderzentren. „Dort sitzen die Fachleute.“ Schüler mit Förderbedarf müssten teilweise auch aus den allgemeinbildenden Schulen wieder in die Förderzentren zurückkehren.
In seinem Vorstoß, an den Gymnasien zu G9 zurückzukehren, fühlt sich Günther bestätigt – trotz „Bauchgrummelns“ bei einigen wenigen Parteimitgliedern. Die Resonanz sei inzwischen „ausgesprochen positiv“. Er höre überall im Land, es sei überfällig gewesen, „dass die CDU das Thema endlich anpackt“.
Das Comeback zu G9 soll nach Günthers Aussage „ordentlich flankiert“ werden. Nicht nur Schüler, sondern auch Lehrer müssten entlastet werden. Beabsichtigt sei nicht, zu den alten G9-Lehrplänen zurückzukehren. Wichtig sei, dass die Lehrpläne weiterentwickelt würden. „Wir müssen uns wieder auf Kernkompetenzen konzentrieren.“ Wer einen Schulabschluss erlange, müsse vernünftig lesen, schreiben und rechnen können. Curd Tönnemann

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