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Chaos nach Sturm „Xavier“: Harte Kritik an der Bahn

Kiel/Hamburg Chaos nach Sturm „Xavier“: Harte Kritik an der Bahn

Sturmtief „Xavier“ wirkte am Freitag noch nach: Die Hauptstrecken der Bahn im Norden waren selbst 24 Stunden nach dem Unwetter weiter gesperrt. Stattdessen verteilte die Bahn Taxigutscheine.  Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte einen Masterplan für einen verlässlicheren Zugverkehr. 

Menschen drängen sich im Hamburger Hauptbahnhof – Hunderte waren in der Metropole gestrandet.

Quelle: MARCUS STÖCKLIN

Kiel/Hamburg. Sturmtief „Xavier“ wirkte am Freitag noch nach: Die Hauptstrecken der Bahn im Norden waren selbst 24 Stunden nach dem Unwetter weiter gesperrt. Hunderte Reisende hingen zum Start ins Wochenende am Hamburger Hauptbahnhof fest – die Fernzüge nach Kiel, Bremen, Hannover und Berlin fuhren nicht. Stattdessen verteilte die Bahn Taxigutscheine. Der Fahrgastverband Pro Bahn forderte einen Masterplan für einen verlässlicheren Zugverkehr. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) kündigte Gespräche mit dem Unternehmen an.

„Wir erwarten von den Verkehrsträgern, dass sie sich auf solche Wetterlagen einstellen und beispielsweise Bäume an der Strecke rechtzeitig stutzen“, sagte Buchholz. Ein Herbststurm in Schleswig-Holstein komme schließlich nicht völlig unerwartet. Für Unmut hatte bereits die Entscheidung der Bahn AG gesorgt, am Donnerstag den kompletten Zugverkehr im Norden einzustellen. Die regionalen Wetter-Unterschiede seien nicht beachtet worden, hieß es in Kiel. Das Land gebe jährlich 185 Millionen aus, um ein attraktives Schienenangebot bereitzustellen. „Da kann es nicht sein, dass wir die Menschen im Regen stehen lassen“, so Buchholz.

Klicken Sie hier, um zahlreiche Eindrücke der Situation am Hamburger Hauptbahnhof am Freitag nach dem Sturm "Xavier" zu sehen.

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Wenn die Zuverlässigkeit des Fernverkehrs der Bahn durch das Wetter derart leide, führe dies zu einem erheblichen Imageschaden, warnte Björn Gryschka, Chef von Pro Bahn in Niedersachsen. Die Leute stiegen wieder verstärkt auf das Auto um, wenn sie sich auf die Bahn nicht verlassen könnten. „Wenn wir solche Systemschwächen sehen, muss gehandelt werden.“ Konkret fordert der Verband einen besseren Freischnitt vor allem entlang der Hauptstrecken – wie er früher üblich gewesen sei. Die Deutsche Bahn betonte indes, es seien bereits problematische Streckenabschnitte bestimmt worden, auf denen Bäume über den üblichen sechs Meter breiten Streifen hinaus zurückgeschnitten werden.

In Schleswig-Holstein konnte die Bahn den Nahverkehr gestern nach und nach wiederaufnehmen. Einzig zwischen Hamburg und Büchen laufen noch Reparaturarbeiten, voraussichtlich bis Montagmorgen. Die Bahn hatte zwei Hubschrauber gechartert, um Schäden schneller erkennen zu können. An mehreren hundert Stellen versperren Bäume, Äste und Dutzende umgeknickte Masten für Signale und Oberleitungen die Gleise, teilte das Unternehmen mit. Für gestrandete Reisende wurden in Hamburg erneut Hotelzüge zum Übernachten oder Ausruhen bereitgestellt. Erste Züge Richtung Hannover starteten ab 18 Uhr.

Klicken Sie hier, um Eindrücke der Schäden zu sehen, die Sturm "Xavier" am Donnerstag im Norden und im Rest von Deutschland hinterlassen hat.

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Fahrgäste können Taxikosten und Übernachtungen bei den Bahnunternehmen geltend machen, erklärte der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein. Unterdessen hat die Bahn die Gültigkeit ihrer Fahrscheine verlängert. Tickets für die betroffenen Verbindungen können bis 15. Oktober genutzt werden. Orkanböen hatten Donnerstag schwere Schäden angerichtet und sieben Menschen getötet. Die Landesforsten Schleswig-Holstein warnen vor dem Betreten der Wälder. Noch immer könnten Bäume umstürzen und lockere Äste zu Boden fallen.

jup

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