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Norddeutschland Chaos um Grippe-Impfstoff: Hersteller zieht Serum zurück
Nachrichten Norddeutschland Chaos um Grippe-Impfstoff: Hersteller zieht Serum zurück
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08:36 26.10.2012
Kein Grippeimpfstoff für Schleswig-Holstein: Die Freigabe für das Novartis-Produkt wurde gestern zurückgezogen.
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Lübeck

Das Chaos um die Grippeschutzimpfung hat sich laut Apothekerverband gestern dramatisch zugespitzt. Weil der Impfstoffhersteller Novartis gezwungen wurde, fünf Chargen seines Medikamentes zurückzunehmen, steht Schleswig-Holstein jetzt praktisch ohne Grippeimpfstoff da.

Nachdem am Mittwoch bereits Italien, Österreich und die Schweiz einen Auslieferungsstopp gegen die Mittel Begripal und Fluad verhängt hatten, zog auch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in Langen gestern die Freigabe zurück. Die Behörden hatten Alarm geschlagen, weil in den Impfspritzen weiße Partikel aufgefallen waren. Solche Ausflockungen, die beim Produktionsprozess entstehen können, könnten wenige Stunden nach der Impfung zu Nebenwirkungen wie etwa allergischen Reaktionen führen. Nach Angaben des PEI seien die in Deutschland aber bisher nicht bekannt geworden.

„Schleswig-Holstein ist aber voll betroffen“, sagt Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Apotheker-Verbandes in Kiel. „Die Rückrufaktion betrifft nahezu den gesamten Impfstoff, der in den vergangenen Tagen zur Auslieferung gekommen ist“. In Schleswig-Holstein und Hamburg fehlten damit jetzt „auf einen Schlag“ rund 300 000 Impfdosen. Das sei die Hälfte dessen, was in einer Grippesaison verbraucht werde. Mit Ausnahme einiger Restmengen Optaflu stehe damit kein Impfstoff mehr zur Verfügung. Zwar hatten die Krankenkassen den Markt wegen der Lieferschwierigkeiten von Novartis zuletzt geöffnet. „Aber da haben wir keine Chance, etwas zu bekommen, der freie Markt ist leergefegt“, sagt Friedrich. Eine neue Lieferung Begripal sei erst für Ende November von Novartis zugesagt. „Wie wir aber bis dahin den Bedarf decken sollen, steht in den Sternen.“

Für die Ärztekammer Schleswig-Holstein bringt diese neuerliche Entwicklung „das Fass zum Überlaufen“, sagte Sprecher Thomas Rottschäfer. „Die Ärztekammer fordert deshalb die Krankenkassen auf, für Impfstoffe keine Exklusivverträge mehr mit einzelnen Herstellern abzuschließen.“

Auch die Kassenärztliche Vereinigung (KVSH) in Bad Segeberg rief gestern alle Arztpraxen im Land dazu auf, die betroffenen Impfstoffe nicht mehr zu verwenden. Zwar hätten die Ausflockungen im Impfstoff unmittelbar nichts mit den Lieferschwierigkeiten zu tun. „Das beweist aber einmal mehr, dass Rabattverträge mit einzelnen Herstellern in so sensiblen Bereichen wie der Grippeschutzimpfung nichts zu suchen haben“, sagte Sprecher Marco Dethlefsen.

Wegen der aktuellen Entwicklung kündigte das Gesundheitsministerium in Kiel gestern „Konsequenzen“ an. Man werde sich mit Krankenkassen und den weiteren Beteiligten beraten.

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