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Norddeutschland „Claus“ und „Klaus“ sollen Wölfe vertreiben
Nachrichten Norddeutschland „Claus“ und „Klaus“ sollen Wölfe vertreiben
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20:41 23.08.2017
Kein Wolf in Sicht: Die Esel „Claus“ (l.) und „Klaus“ grasen entspannt auf dem Deich im niedersächsischen Cuxhaven. Quelle: Foto: Carmen Jaspersen/dpa
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Cuxhaven

. Mit einer seiner Herden von mehr als 250 Mutterschafen steht Kay Krogmann auf dem Deich bei Cuxhaven, da wo die Elbe in die Nordsee mündet. Zwei Esel sind dabei, sie heißen „Klaus“ und „Claus“. Die Schafe sind für den Erhalt der Deiche unerlässlich, sie verdichten den Boden und halten die Grasnarbe kurz.

Die beiden Esel sollen sie vor den Wölfen schützen, die längst auch an der Küste angekommen sind. „Claus“ und „Klaus“ sind Teil eines Projektes zum Herdenschutz des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

„Esel schreien, wenn der Wolf kommt – das ist eine biologische Alarmanlage“ erklärt Frank Faß, Leiter des Wolfcenters Dörverden. „Im Zweifelsfall können sie die Wölfe sogar angreifen und nach ihnen treten oder sie beißen.“ Faß hat ein Buch über Herdenschutz geschrieben, im September soll es erscheinen. Seine Mitarbeiterin Gesa Richter hat das Kapitel über Esel verfasst. „Es gibt im Ausland erfolgreiche Projekte mit Eseln, aber auch gescheiterte – das scheint auch vom Charakter des einzelnen Esels abzuhängen“, sagt sie.

Schafsbesitzer Krogmann berichtet, dass erst Anfang August ein Wolf in einer seiner Herden zugeschlagen habe. Ein genetischer Nachweis liege noch nicht vor, doch die Fußabdrücke und die Spuren an den vier getöteten Schafen würden eine eindeutige Sprache sprechen. „Nur 15 Kilometer von hier werden immer wieder Wölfe gesichtet, möglicherweise hat sich ein neues Rudel gebildet“, sagt Krogmann. Er verlor seit 2012 schon rund 50 Schafe durch die Wölfe. „Langfristig werden da, wo Wölfe sind, keine Schäfer mehr sein.“

Die beiden Esel hat Krogmann seit Oktober vergangenen Jahres. Auf den Deichen können keine Zäune aufgestellt werden und Herdenschutzhunde sind tabu, die Gefahr für Urlauber ist zu groß – deshalb die Esel. „Den Winter haben die beiden gut überstanden“, berichtet Krogmann. Die Esel seien in die Herde integriert worden. „Sie sind aufmerksam, auch was fremde Hunde betrifft“, sagt er anerkennend. „Touristen und Radfahrer beachten sie gar nicht, da sind sie völlig entspannt.“

„Esel werden derzeit in Deutschland noch nicht als Herdenschutztiere gefördert, da zu wenig Erfahrungen mit diesen Tieren vorliegen“, erläutert Bettina Dörr vom NLWKN-Wolfsbüro in Hannover. Das soll die Pilotstudie mit „Klaus“ und „Claus“ ändern. „Jetzt müssen ganz schnell für die Deiche praktikable Lösungen her“, fordert auch Krogmann. „Sonst heißt es: die Wölfe oder der Deichschutz.“

LN

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