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Norddeutschland Computer sagt Einbrüche voraus
Nachrichten Norddeutschland Computer sagt Einbrüche voraus
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21:16 22.08.2016

Im Kampf gegen professionelle Einbrecherbanden will das Landeskriminalamt in Schleswig-Holstein neue Wege gehen: Vorzugsweise mit der Fachhochschule in Kiel soll ein zweijähriges Pilotprojekt gestartet werden. Ziel ist es, mit Hilfe einer Computersoftware die Wahrscheinlichkeit für Straftaten zu berechnen und eine Prognose für regionale Risikobereiche zu erstellen. 100000 Euro soll das Forschungsprojekt kosten.

„Predictive Policing“ (zu deutsch: vorhersagende Polizeiarbeit) ist in den Vereinigten Staaten bereits seit Jahren ein bewährtes Ermittlungsinstrument. In Deutschland werden bereits in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Nordrhein-Westfalen Prognose- und Analyse-Programme zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität eingesetzt.

Schleswig-Holstein will nun ein eigenes Pilotprojekt starten. „Es geht darum, herauszufinden, in welchen räumlichen Bereichen und zeitlichen Dimensionen mit hoher Wahrscheinlichkeit mit Wohnungseinbrüchen gerechnet werden kann“, erklärt Jana Maring vom Landeskriminalamt in Kiel. Die Ermittler wollen herausfinden, ob sich durch den Einsatz entsprechender Software und entsprechender polizeilicher Maßnahmen die Fallzahlen „nachhaltig“ senken lassen.

Tatsächlich gibt es bislang noch keine abschließenden wissenschaftlichen Studien, wie erfolgversprechend das Verfahren in Deutschland tatsächlich ist. Entsprechende Untersuchungen würden zurzeit in Baden-Württemberg laufen. Die Hoffnungen im schleswig-holsteinischen Innenministerium sind groß: „Im besten Fall kann Predictive Policing sowohl bei präventiven als auch bei operativen polizeilichen Maßnahmen unterstützend wirken“, heißt es aus dem Ministerium. Zurzeit laufen die Vorbereitungen für ein Pilotprojekt im Norden, das mit dem Bereich Informatik und Elektrotechnik der Fachhochschule Kiel auf den Weg gebracht werden soll. Alternativ sei eine Beteiligung an einem bundesweiten Projekt der Deutschen Hochschule der Polizei vorgesehen.

Nach Angaben des Kieler Ministeriums wird allerdings eine „individuelle Lösung“ bevorzugt. Die Verwendung von fertigen Software- Produkten einer Fremdfirma werde derzeit „nicht angestrebt“. Die Opposition im schleswig-holsteinischen Landtag verfolgt die Pläne mit gemischten Gefühlen. Neue Ermittlungsmethoden wie Fahndungs- und Prognose-Software „ernsthaft in Betracht“ zu ziehen sei zwar richtig, aber noch keine Lösung, mahnte der FDP-Innenpolitiker Ekkehard Klug. „Wir brauchen in Schleswig-Holstein in erster Linie mehr sichtbare Polizei in der Fläche.“

bas

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