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Norddeutschland DVB-T2: Start der neuen TV-Ära mit gestochen scharfen Bildern
Nachrichten Norddeutschland DVB-T2: Start der neuen TV-Ära mit gestochen scharfen Bildern
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20:50 31.05.2016
Henning Jansen (51), Obermeister der Informationstechniker-Innung Lübeck
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Lübeck

Die Spannung steigt: In neun Tagen beginnt die Fußball- Europameisterschaft in Frankreich, auf die Fans warten bis zum Finale am 10. Juli sage und schreibe 51 Fußballspiele. Um jede Szene gestochen scharf beobachten zu können, sind viele bereit, Geld für neue Technik auszugeben. Im Raum Lübeck gibt es seit gestern digitales Antennenfernsehen in HD- Qualität, DVB-T2 HD – ebenso wie in Kiel, Hamburg, Rostock, Schwerin, Bremen und Hannover.

Der Plattformbetreiber Media Broadcast strahlt in diesen Regionen in einer ersten Stufe zunächst ARD, ZDF, RTL, Sat.1, Pro 7 und Vox in HD aus. Die Programme der öffentlich-rechtlichen Sender sind dabei kostenlos, ebenso wie zunächst die Ausstrahlung der privaten Sender, die aber später verschlüsselt und kostenpflichtig werden.

„Die Zuschauer, die über Kabelanschluss oder Satelliten- Schüssel fernsehen, können sich zurücklehnen, die betrifft die Umstellung überhaupt nicht. Sie können ohne Probleme weitergucken“, erklärt Henning Jansen (51), Obermeister der Informationstechniker-Innung Lübeck. Knapp 20 Prozent der Fernsehzuschauer empfangen ihre Programme über DVB-T, das 2004 eingeführt wurde.

DVB-T wird im März 2017 komplett und flächendeckend durch das neue DVB-T2 HD ersetzt – jetzt wurde in den größeren Städten nur die erste Stufe gestartet. Dann werden über diese Technik etwa 40 Programme in HD-Qualität zu sehen sein. Dafür braucht man ein geeignetes Empfangsgerät – entweder einen Flachbildfernseher der neuesten Generation, wo das Empfangsmodul für DVB-T2 integriert ist, oder einen neuen Receiver, eine sogenannte Set-Top-Box. Öffentlich-rechtliche Programme bleiben kostenlos – für die privaten ist angedacht, ab Juni 2017 Gebühren zu erheben – die Rede ist von knapp 60 Euro im Jahr.

„Kunden müssen beim Kauf von neuen Fernsehern oder Receivern darauf achten, dass das neue, grüne DVB-T2 HD-Logo zu sehen ist“, erklärt Innungsmeister Jansen. Sehr günstige TV-Geräte würden den nötigen Decoder wohl nicht eingebaut haben. „Wenn ich alle neuen HD-Programme empfangen will, muss ich dafür sorgen, dass der Receiver das auch leisten kann“, sagt Jansen und beruhigt zugleich die Besitzer betagter TV-Geräte: Auch alte Fernseher können mit einem neuen DVB-T2- Receiver die Programme empfangen, notfalls werden sie mit einem Scart-Kabel angeschlossen.

Das Angebot an neuen Receivern sei noch begrenzt. „Das läuft erst in den nächsten Wochen richtig an. Die Produktion läuft jetzt auf Hochtouren.“ Den großen Schub für DVB-T2 HD gebe es dann wohl zur Internationalen Funkausstellung (IFA) im September in Berlin.

„Der Rat des Fachverkäufers wird immer wichtiger. Er muss seinen Kunden garantieren können, dass sein Gerät die gewünschten Programme empfangen kann“, sagt Jansen. In seiner Innung sind 20 Betriebe in der Region Lübeck organisiert – vor zehn Jahren waren es noch 50. „Aber es gibt wieder einen Trend, dass Kunden Dienstleistungen wie gute Beratung honorieren“, sagt er.

• Ein Video zum Thema gibt es auf LN-Online.de/video zu sehen.

Kunden sollten auf das grüne Logo achten

Wer sich einen neuen Receiver für digitales Antennenfernsehen kaufen möchte, sollte auf das grüne DVB-T2-HD-Logo achten. Es soll Kunden auf allen dafür tauglichen TV-Geräten und Empfängern auf die neue Technik hinweisen. Ein Receiver der Mittelklasse kostet um Hundert Euro, sagt Innungs-Obermeister Henning Jansen.

DVB-T steht als Abkürzung für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, auf Deutsch „Digitales Antennenfernsehen“. Bisher konnte DVB-T keine Bilder in HD-Qualität liefern.

Mit DVB-T2 HD werde in vielen Gebieten der Empfang mit einer kleinen Stabantenne auch im Freien möglich sein, erklärt der Norddeutsche Rundfunk (NDR). Informationen zum Empfang und Versorgungskarten erhalten Zuschauer unter www.ndr.de/dvbt2hd oder bei der Telefon-Hotline mit der Nummer 08000 63 70 99.

 Christian Risch

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