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Dänen sehen Digitalisierung positiv

Lübeck Dänen sehen Digitalisierung positiv

Was ist los bei unseren Nachbarn? LN-Mitarbeiter Rüdiger Wenzel blickt nach Norden.

Lübeck. Wenig Angst vor Kollege Roboter: Nur eine Minderheit der Dänen, 15 Prozent, hat Angst davor, dass Roboter, selbstfahrende Autos oder andere digitale Technologie ihren Arbeitsplatz gefährden. Mehr als doppelt so viele, 32 Prozent, versprechen sich davon eher Erleichterungen im Arbeitsleben. Weitere 20 Prozent erwarten gar keine Folgen der um sich greifenden Digitalisierung für ihren Job. Das ergab eine Umfrage für das Internet-Politikportal Altinget. Experten der Informationstechnologischen Universität (IT-Universitet) in Kopenhagen sowie Arbeitsmarktforscher waren überrascht. Sie hätten eher ein umgekehrtes Verhältnis von Skeptikern und Optimisten erwartet. Sie führen die geringe Angst vor dem Kollegen Roboter darauf zurück, dass viele Arbeitnehmer in ihm eher einen Helfer sehen, der ihnen öde, schmutzige und übelriechende Arbeiten abnimmt. Außerdem seien die Dänen geübt darin, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen.

„Pille danach“ erfolgreich: Die auch in Dänemark rezeptfreie „Pille danach“, die nach ungeschütztem Sex eine Schwangerschaft verhindern kann, wirkt wie bei der Freigabe im Jahr 2001 erhofft: Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei Teenagern ist in zehn Jahren um zehn Prozent gesunken – von 2500 im Jahr 2004 auf 2050 in 2014. Gleiches gilt für minderjährige Mütter: Ihre Zahl sank in diesem Zeitraum von 826 auf 602. Das berichtete die Zeitung Politiken anhand einer Veröffentlichung der Sexberatungsstelle Sexline. Gleichzeitig hat die „Pille danach“die Benutzung von Kondomen als Verhütungsmittel zurückgedrängt. Folge ist die Ausbreitung von Geschlechtskrankheiten. Laut Politiken kommen immer mehr junge Menschen im Alter von 14 bis 19 mit Syphilis, Tripper und vor allem Clamydia-Infektionen zum Arzt.

Ertappter Raser bleibt straffrei: Ein Autofahrer, der auf einer Landstraße in Südjütland (Sønderjylland) mit Tempo 145 statt der erlaubten 80 Stundenkilometer ertappt wurde, kommt völlig straffrei davon. Ihm drohen weder die normalerweise fälligen 5500 Kronen (740 Euro) Bußgeld noch der Entzug des Führerscheins, berichtete die Zeitung Vestjyske. Der Grund: Der Raser fuhr nicht dem Messwagen der Polizei entgegen, sondern von hinten an ihm vorbei. Dabei wurde er nicht geblitzt. Genauso wie in Deutschland muss den dänischen Behörden ein Bild mit Porträt des Fahrers vorliegen, ehe sie aktiv werden können.

LN

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