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Norddeutschland Dänisch-Kenntnisse als Vorteil
Nachrichten Norddeutschland Dänisch-Kenntnisse als Vorteil
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21:15 16.03.2016
Ministerin Britta Ernst (SPD) hält ein Dänisch-Angebot für wichtig.

Schleswig-Holstein und Dänemark rücken dank der festen Fehmarnbeltquerung noch näher zusammen. Damit auch die Sprache keine Barriere mehr darstellt, steht bei vielen Schulen im Norden Dänisch auf dem Stundenplan. An 53 öffentlichen und sieben beruflichen Schulen sowie an 45 Schulen in freier Trägerschaft wird es unterrichtet. Insgesamt 9752 Schüler lernen in Schleswig- Holstein die Sprache unseres nördlichen Nachbarn, um mehr als Hej, Bye und Tak — also Hallo, Tschüs und Danke — sagen zu können. „Für die Landesregierung ist ein gutes Angebot an Dänisch-Unterricht wichtig“, sagte Thomas Schunck, Sprecher des Bildungsministeriums in Kiel. „Die engen Beziehungen zum Nachbarland — Stichwort dänische und deutsche Minderheiten im jeweiligen Nachbarland — legen das auch sehr nahe.“

Vor allem nördlich des Kanals sei das Interesse der Schulen am Dänischunterricht hoch, aber auch in Lübeck, Bad Segeberg und auf Fehmarn wird er angeboten. „Das ist ein Grund für die Schüler, auf unsere Schule zu kommen“, sagt Dänischlehrer Holger Diekert von der Emanuel-Geibel-Schule in Lübeck. An der Gemeinschaftsschule lernen derzeit insgesamt 47 Schüler Dänisch, vier Stunden in der Woche. Ab der siebten Klasse wird es als Wahlpflichtfach angeboten. „Das Interesse ist gleichbleibend gut“, sagt Diekert. Der Dänischlehrer macht seinen Schülern Mut: „Ich sage immer, das ist leichter zu lernen als andere Sprachen: Es wird nicht dekliniert und nicht gebeugt.“ Gründe, das Fach zu wählen, seien Erfahrungen aus dem Urlaub oder der Gedanke, sich damit später für den Job Vorteile zu verschaffen.

Eine kluge Entscheidung, wie auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck unterstreicht. „Die Region wächst mit dem Bau der festen Fehmarnbeltquerung zusammen. Das trägt zur Belebung des grenzüberschreitenden Arbeitsmarktes bei“, sagte IHK-Sprecher Can Özren. „Daher sind Dänisch-Kenntnisse von Vorteil.“ In Hotels und Gastronomie mit skandinavischen Gästen werde Dänisch immer wichtiger. Bereits im Jahr 2011 hatte der damalige IHK-Präses Andreas Leicht eine Ausweitung des Dänischunterrichtes gefordert. Bis 2030 sollte an allen Grundschulen im Norden Dänisch angeboten werden.

Davon ist das Land derzeit allerdings noch weit entfernt. Aktuell hat sich die Zahl der Schüler, die Dänisch lernen, sogar etwas reduziert. Waren es im Schuljahr 2013/14 insgesamt 9966 Schüler, sind es 2015/16 noch 9752. „Das Interesse der Schüler schwankt von Jahrgang zu Jahrgang“, sagt Barbara Koop-Lehmann, Rektorin der Gemeinschaftsschule am Seminarweg in Bad Segeberg. Derzeit lernen dort 13 Schüler Dänisch. „Ich würde das Fach gerne jedes Jahr anbieten“, sagt die Schulleiterin. Noch steht es im Wechsel mit Französisch zur Wahl. „Die Schüler lernen Dänisch mit großer Begeisterung“, berichtet Barbara Koop-Lehmann. Die Aussprache sei für sie leicht. Für die Rektorin, die Englisch und Französisch spricht, klinge die Sprache ganz anders. Aber auch die Rektorin profitiert von den Kenntnissen ihrer Schüler. „Ich habe mir von ihnen Sätze wie ,Ich suche ein Hotel‘ oder ,Wo geht der Weg lang‘? aufschreiben lassen“, erzählt sie. Damit es auch mit der richtigen Aussprache klappt, gab es die Lautschrift gleich dazu. Julia Konerding

LN

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